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RWJ 10/2013: Trichinenprobenentnahme

Frisch und nicht zu wenig.

Immer wieder „zeichnen“ amtliche Fleischassistenten bei der Übergabe von Probenmaterial erlegter Wildschweine zur Trichinenuntersuchung. Schlechte Qualität und zu geringe Mengen machen manchen Jäger zum Spaßverderber. Aus gegebenem Anlass erinnern wir an einige Details aus der Schulung zur kundigen Person – mit der Bitte, diese Vorgaben penibel genau einzuhalten!

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So sieht eine korrekte Trichinenprobe aus - beschrifteter Beutel mit Zwerchfellpfeiler und Unterarmgewebe.

Dass entgegen werblicher Verheißungen Geiz ebenso wenig eine Tugend ist wie Unsauberkeit, scheint sich noch nicht unter allen Jägern herumgesprochen zu haben. Deswegen sei daran erinnert, dass der zwingend vorgeschriebene behördliche Auftrag (erst seit kurzer Zeit dürfen Jäger in NRW die Trichinenproben selber entnehmen) auf Widerruf erteilt wird. Diesen Vertrauensvorschuss können wir bei wiederholter Abgabe zu geringer Mengen „Gammelfleischs“ schneller wieder einbüßen, als es uns lieb ist.

 

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Trichinenprobenentnahme

Wie sieht eine korrekte Trichinen-Probe aus?

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Um den Finger gewickelt - die paarigen Muskelstränge in Zwerchfellmitte sind die Pfeiler.

Zur Entnahme gibt es viele Möglichkeiten und unterschiedliche Vorlieben – ganz oben auf der „Wunschliste“ der Veterinäre stehen Stücke aus dem Zwerchfellpfeiler (s. Fotos) mindestens in Walnussgröße. Manche Untersucher geben sich sogar mit einem Stück aus dem Unterarm zufrieden.

 

Zungenproben sind ebenso zulässig, haben aber eine schlecht zersetzbare und immer hoch keimbehaftete Oberfläche – „stinkige Schnipselarbeit“ für amtliche Fleischassistenten.

 

 

Im Zweifel hilft eine freundliche Nachfrage beim Veterinäramt!


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Trichinenprobenentnahme

Wie sieht eine korrekte Trichinen-Probe aus?

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Vom Handgelenk längs die Schwarte rauf, dann zweimal quer über den Muskel - Schnitte für ein sauberes Stück Unterarm.

Wer mit je einem sauberen Stück aus den Zwerchfellpfeilern und dem Unterarm in oben genannter Größe bei der Behörde erscheint, sollte keine Probleme bekommen, weil so die geforderte Mindestmenge (40 bis 60 Gramm) sicher selbst bei kleineren Frischlingen erreicht wird.

 

Weniger darf es nicht sein, weil die Untersucher unbedingt Rückstellmaterial brauchen! Dabei helfen keine Diskussionen über den Wortlaut der EU-VO 2075/2005 mit dem Amt, weil diese Vorschrift noch von einer Entnahme durch die Behörde ausgeht – und damit davon, dass dort noch der komplette Wildkörper vorliegt!

 


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Trichinenprobenentnahme

Wie sieht eine korrekte Trichinen-Probe aus?

Gelangen in der Jagdpraxis schon mal Gescheideinhalt oder sonstige Verunreinigungen an die Proben, hilft kurzes Abspülen mit sauberem Trinkwasser und Trockentupfen vor der Abgabe.

 

Zur Verpackung eignen sich kleine Gefrierbeutel bestens – sie verfügen über ein Schriftfeld, in das man die Nummer des ebenfalls zwingend vorgeschriebenen Wildursprungsscheins gut lesbar notiert.

 

Zeigen Sie also Ihrer Behörde, dass Sie wirklich „kundig“ sind – schließlich bewerben wir unser Wild ja auch als professionell gewonnenes, hochwertiges Lebensmittel. Und helfen Sie Mitjägern diskret, wenn Sie Unsicherheiten beobachten – Kameradschaftlichkeit ohne „Oberlehrer-Nimbus“ ist definitiv eine Tugend!

 

Frank Martini


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