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RWJ 05/2013: Ab April aus Büchsen im Landesforst nur noch

Wenn's doch bleifrei sein muss.

Sachstand zum Einsatz bleifreier Büchsenmunition in NRW und anderswo und Hinweise, was dabei zu beachten ist.

 

Ein derzeit auch in der Jagdpraxis, vielmehr aber im jagdpolitischen Raum diskutiertes Thema ist der Einsatz bleifreier Büchsenmunition. Im Rahmen eines Symposiums des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) sollte Mitte März Licht ins Dunkel der vielen Fragen rund um Einsatzfähigkeit und Einsatznotwendigkeit solcher Munition bei der Jagd gebracht werden.

 

Zusammenfassend ist der Weg des sach­orientierten Dialogs, den die Bundespoli­tik und das BfR zusammen mit Betroffenen aus Jagd und Industrie eingeschlagen haben, zu begrüßen. Die im Rahmen dieses Symposiums (nähere Info s. www.bfr.de) vorgestellten wissenschaftlichen Erhebungen warfen allerdings noch eine Reihe von Fragen auf, deren Klärung es bedarf, um Notwendigkeiten und Möglichkeiten des ausschließlichen Einsatzes bleifreier Büchsenmunition im Jagdbetrieb abschließend zu bewerten. Dieser Auffassung schloss sich auch die Bundes­politik an.

 

In allen Jagden des Landesbetriebs Wald und Holz NRW hat dieser den Einsatz bleifreier Büchsenmunition ab dem 1. April 2013 zwingend vorgeschrieben.

 

Wer als Jäger also an diesen Jagden teilnehmen will, muss sich rechtzeitig darauf einstellen: 

 

  • Zunächst wird, zumindest für die Teil­nahme an Bewegungsjagden im Landesbetrieb, ein gültiger Übungsnachweis für Bewegungsjagden verlangt. 
  • Dazu, aber auch zum Einschießen der Waffe auf „bleifreie“ Büchsenmunition, ist der Besuch eines Schießstandes notwendig.

 

Allerdings ist der Einsatz dieser Munition erst auf wenigen Schießständen zulässig. Dazu müssen auf dem Schießstand sowohl bauliche Voraussetzungen (Sicherheitseinrichtungen) wie eine genehmigungsrechtliche Freigabe vorliegen.

 

Seitdem seit Anfang des Jahres die baulichen Anforderungen an die Sicherheitseinrichtungen feststehen, sind viele Schießstände derzeit damit beschäftigt, diese Voraussetzungen zum Einsatz bleifreier Büchsengeschosse zu schaffen.

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Wenn's doch bleifrei sein muss ...

Bitte fragen Sie, bevor Sie sich auf den Weg machen, zunächst auf den Schießständen nach, ob dort der Einsatz bleifreier Büchsenmunition schon zulässig ist.

 

Genau wie bei bleihaltigen, muss man auch bei bleifreien Geschossen prüfen, ob das vorgesehene Geschoss mit ausreichender Präzision aus der eigenen Waffe verschossen werden kann. Lassen Sie sich bei der Geschossauswahl und dem notwendigen Kontrollschießen durch Ihren Büchsenmacher fachlich beraten.

 

  • In allen Diskussionen um den Einsatz bleifreier Büchsengeschosse ist auch die Frage der tierschutzgerechten Tötungswirkung solcher Munition auf größere Entfernung zu bewerten. Nach derzeitigen Erkenntnissen dazu sollte der Einsatz dieser Geschosse bei maximal 150 m liegen !
  • Bei Verwendung von Kupfergeschossen können sich (je nach Zustand der Laufbohrung) Ablagerungen ergeben, die Treffpunktlage und Geschossstreuung negativ beeinflussen, in manchen Fällen auch zu Gasdrucksteigerungen wegen der Verminderung des Laufquerschnittes führen.

 

Der Lauf sollte daher regelmäßig von solchen Rückständen befreit werden. Der geringste Aufwand ergibt sich, wenn nach jedem Schießen gereinigt wird, dann lassen sich Kupferrückstände durch chemisches Entfernen mit ammoniakhaltigen Mitteln mühelos entfernen, wobei die Einwirkzeiten des jeweiligen Herstellers zu beachten sind.

 

Nach dem Entfernen der Rückstände wird der Lauf zur Konservierung mit ölgetränkten Filzen durchzogen. Auch in solchen Fragen ist die fachkundige Beratung durch einen Büchsenmacher dringend zu empfehlen.

 

LJV NRW

 

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