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RWJ 12/13: Deutscher Jagdrechtstag in Krefeld

„Eingriffe ins Jagdrecht sind zu entschädigen“

Anfang November kam in Krefeld der Deutsche Jagdrechtstag zu seiner Jahrestagung zusammen. Der RWJ sprach über die Ergebnisse auch für NRW mit dem Vorsitzenden Stephan Hertel.

Das Foto zeigt Rechtsanwalt Stephan Hertel.

Rechtsanwalt Stephan Hertel ist Vorsitzender des Deutschen Jagdrechtstages.

RWJ: Warum fand der Jagdrechtstag in diesem Jahr in NRW statt?

 

S. Hertel: Die Mitglieder des Deutschen Jagdrechtstages haben im letzten Jahr Krefeld als Tagungsort gewählt, weil zu diesem Zeitpunkt bereits absehbar war, dass eine Novellierung des Landesjagdgesetzes NRW ansteht und dazu aktuelle Themen diskutiert werden müssen.

 

RWJ: Welche Bedeutung hat der Jagdrechtstag 2013 für NRW?

 

S. Hertel: In diesem Jahr haben über 60 Mitglieder und weitere prominente Gäste am Jagdrechtstag teilgenommen und 16 Referenten vorgetragen. Neben der Schwarz­wildbejagung, dem Biotopverbund durch Grünbrücken und rechtlicher Probleme der Jagdabgabe standen auch „bleifreies Jagen“ und Änderungen zum Waffengesetz im Fokus der Betrachtungen.

Dazu trug Prof. Michael Brenner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Jagdrecht als Eigentumsrecht vor.

Als Ergebnis der Diskussion steht fest, dass eine Aushöhlung des Jagdausübungs­rechtes gleichzeitig einen Eingriff ins Eigen­tums­recht der Grundeigentümer bedeutet, der nicht ohne Entschädigung erfolgen darf.

 

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LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg (l.) und DJV-Justiziar Friedrich v. Massow (r.) begleiteten die intensiven Diskussionen auf dem Deutschen Jagdrechtstag mit dessen Vorstand Marcus Schuck, Stephan Hertel und Dr. Benjamin Munte.

RWJ: Was heißt das für die Novellierung eines Jagdgesetzes und in der Praxis?

 

S. Hertel: Die Reduzierung des Katalogs der bejagbaren Tierarten und das Verbot bestimmter Jagdarten oder -methoden kann zu einer Beschränkung des Eigentumsrechtes führen. Diese Verringerung der Jagdausübung ist dann gegebenenfalls finanziell auszugleichen.

In jedem Fall bedarf aber nicht die Jagd einer Rechtfertigung, sondern ihre Einschränkung.

 

RWJ: Welche Signalwirkung geht vom Jagdrechtstag 2013 aus?

 

S. Hertel: Der Deutsche Jagdrechtstag hat die Ergebnisse seiner Tagung in NRW erstmals nicht nur in seiner bekannten Schriftenreihe, sondern auch in Empfehlungen, die der Presse übersandt wurden, zusammengefasst. Wir hoffen, da­mit einen sachlichen Beitrag zur Diskussion um aktuelle jagd- und waffenrechtliche Themen zu leisten.

 

Der nächste Jagdrechtstag findet 2014 in Wildbad Kreuth (Bayern) statt.

 


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