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RWJ 09/2019: Teil 1: Beton-Wipprohr-Fallen

Nicht nur für Füchse

Holger Fiedler (Obmann für Prädatoren-Management der KJS Steinfurt- Tecklenburg) stellt in einer neuen RWJ-Serie verschiedene Fang-Systeme vor. Dabei werden die gängigsten Modelle erläutert und Unterschiede erklärt. Im Mittelpunkt der Startfolge stehen diverse Beton-Wipprohrfallen.

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Werden Betonwipprohrfallen so eingebaut, erinnern sie an Durchlässe im Revier.

Die Jagd mit Fallen erfreut sich in Deutschland seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Die Notwendigkeit, bestandsregulierend in Populationen des heimischen Haarraubwildes sowie der Neubürger einzugreifen, ist mittlerweile selbst bei seriösen Naturschützern angekommen. Durch Studien und besonders durch Videoaufnahmen wurden Fuchs, Marder, Waschbär & Co. auf ihren Beutezügen überführt. Weiterhin trägt der Wandel innerhalb der Fangjagd zu dieser Entwicklung bei. Mangels effektiver Alternativen wurden Prädatoren noch vor Jahren fast ausschließlich mit Totschlagfallen überlistet. Dies ist in NRW mit dem geltenden Jagdgesetz ausgeschlossen. Heute wird sämtliches Raubwild selektiv, unversehrt, sicher und tierschutzgerecht mit modernen Lebendfangfallen bejagt, die durch den unermüdlichen Einsatz pfiffiger Fangjäger im Handel zur Verfügung stehen.

 

Betonrohre – für Prädatoren eine bekannte Umgebung

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Trapperprofi: Hängende Wippe in der stabilen Stahlbeton-Umbauung

Die mit Abstand erfolgreichsten Fangsysteme sind Betonwipprohr-Fallen, mit denen sich Raubwild vom Hermelin bis zum Dachs überlisten. Damit lassen sich auch regelmäßig ansonsten besonders vorsichtige Altfüchse überlisten. Für die Systeme verwendete 30 cm-Betonrohre werden bereits seit Jahrzehnten in der Kulturlandschaft als Durchlässe eingesetzt, erwecken also bei Raubwild keinerlei Misstrauen. Das komplette mittlere Rohr (1 m lang) ist das Auslöse-Element (Wippe), Raubwild löst die Falle auf dem Weg zum Köder (50 cm davor) bereits aus. Die Köderaufnahme (gilt unter Experten sonst als größte Hürde) entfällt gänzlich, neben hungrigem Raubwild fängt sich damit auch lediglich neugieriges Raubwild – entscheidender Vorteil gegenüber Systemen, bei denen zum Fang zunächst immer erst ein Köder aufgenommen werden muss. In der Tabelle auf stellen wir ausgewählte Merkmale der für NRW wichtigsten Betonwipprohrfallen tabellarisch gegenüber – welches System davon für Ihr Revier das Beste ist, bleibt offen. Jeder Anwender stellt im täglichen Umgang andere Ansprüche an Fangsysteme, für den Erfolg ist im Übrigen nicht ausschlaggebend, „welches“ System man, sondern „dass“ man eins überhaupt einsetzt! Im nächsten RWJ werden Klassiker der Fangjagd vorgestellt, auch in puncto Werkstoffe, Handling und Auslöse- Systeme hat sich einiges getan.

 

Holger Fiedler

 

 


Zum Autor

Holger Fiedler (39), Dipl.-Ing. Forstwirtschaft (FH), Obmann für Prädatoren-Management der KJS Steinfurt-Tecklenburg, betreut 30 Fallen-Systeme in einem rund 400 ha großen Niederwildrevier, über 15 Jahre Erfahrung bei der Raubwild- und Rabenvogelbejagung, Kontakt: fiedler@forstbaum.de

RWJ 09/2019: Nicht nur für Füchse


Bildergalerie Beton-Wipprohr-Fallen

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