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RWJ 11/2020: Bisam, Nutria und Kormoran

Kein Wild – trotzdem jagbar

Jäger dürfen Bisam, Nutria und Kormoran in NRW unter Beachtung gewisser gesetzlicher Regelungen erlegen, auch wenn diese Arten nicht als Wild gelten. Wir zeigen, was Sie beachten müssen.

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Nutria und Bisam beschädigen Deiche und Gräben und müssen daher mit Falle und Waffe kurzgehalten werden. Das geht – auch wenn es sich bei diesen Arten nicht um jagdbares Wild handelt.

Bisam und Nutria dürfen unter Beachtung des gemeinsamen Runderlasses Bekämpfung von Bisam und Nutria / Vollzug des Waffengesetzes von Innen- und Umweltministerium (15. Oktober 2008) erlegt werden. Die Erlegung von Bisam und Nutria (in NRW kein Wild) ist danach der befugten Jagdausübung gleichgestellt – dennoch sollte man mit seiner Jagdhaftpflichtversicherung klären, ob diese für Schäden bei der Erlegung von Bisam und Nutria eintritt. Der Elterntierschutz ist zu beachten. In Naturschutzgebieten bedarf die Bekämpfung von Bisam und Nutria einer naturschutzrechtlichen Ausnahme oder Befreiung, sofern die Schutzgebietsausweisung ein Verbot des Fangens und Tötens wild lebender Tiere enthält und die Bekämpfung von Bisam und Nutria nicht ausdrücklich von diesem Verbot ausgenommen ist.

 

Bei einem gemeinsamen Vorkommen von Bisam, Nutria und Biber in einem Revier empfiehlt der Landesjagdverband, Bisam und Nutria nur außerhalb von Gewässern zu beschießen, um einer Verwechselungsgefahr vorzubeugen.

 

 

Was für Kormorane gilt

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Kormorane dürfen zum Schutz von Fischbeständen erlegt werden.

Kormorane (in NRW kein Wild) darf man bei uns unter Beachtung der KormoranVerordnung (12. Juni 2018) erlegen. Dies ist danach der befugten Jagdausübung gleichgestellt – dennoch sollte man mit seiner Jagdhaftpflichtversicherung klären, ob sie für Schäden bei der Erlegung von Kormoranen eintritt. Die Freigabe beschränkt sich auf Kormorane über oder näher als 250 m an stehenden oder fließenden Gewässern (oder Anlagen zur Fischzucht/-haltung/§ 1 Abs. 2 + 3 LFG). Ausgenommen sind Kormorane in befriedeten Bezirken (außer in eingefriedeten Anlagen zur Fischzucht/-haltung), Nationalparks, Naturschutz- o. Natura- 2000-Gebieten, an/auf Privatgewässern oder gleichgestellten Gewässern, wenn Nutzungsberechtigte ihr Einverständnis zum Abschuss nicht schriftlich erklären. Der Abschuss ist erlaubt vom 16. August bis 1. März 90 Minuten vor Sonnenaufbis 90 Minuten nach Sonnenuntergang.

 

Zum Abschuss berechtigt sind jagdausübungsberechtigte oder zum Abschuss ermächtigte Jagdscheininhaber (außer bei eingefriedeten Anlagen zur Fischzucht oder -haltung).

 

Jagdausübungsberechtigte haben der Unteren Jagdbehörde jedes Jahr bis zum 15. April erlegte Kormorane in der jährlichen Streckenmeldung mitzuteilen.

 

Getötete Kormorane darf man sich zwar aneignen, aber nicht vermarkten.

 

Klaudia Hugenberg
(Justiziarin des LJV)

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