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RWJ 10/2019: Waffenrecht

Gesetzeskonform mit Waffen unterwegs

Gerade zur Zeit der Gesellschaftsjagden tauchen immer wieder Fragen auf, wie man sich mit Waffen unterwegs verhalten soll. LJV-Justiziarin Klaudia Hugenberg beantwortet die wichtigsten davon.

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Wo und wie sollte man Waffe und Munition bei Übernachtungen anlässlich von Jagdreisen aufbewahren? Darf man auf dem Weg zur Jagd noch Erledigungen oder Rast machen – und dazu Waffe und Munition im Innen-/ Kofferraum des Fahrzeugs lassen?

 

Es ist erlaubt, auf dem Weg zur Jagd noch Einkäufe oder Rast zu machen und dabei Waffe und Munition kurzfristig im Auto zurückzulassen. Dazu zählen nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Waffenrecht etwa die Einnahme des Mittagessens, Tanken, Einkäufe – und auch das Schüsseltreiben. Dazu muss das Fahrzeug selbstverständlich verschlossen sein, Waffe und Munition müssen darin so aufbewahrt werden, dass von außen keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Art des Inhalts erkennbar sind. Ideal ist daher das Verstauen in einem nicht einsehbaren Kofferraum – ist dieser nicht vorhanden, sollte man Waffe/Munition unauffällig im Innenraum verbergen. Diese Beispiele lassen sich aber nicht ohne Weiteres auf jeden weiteren denkbaren Waffentransport übertragen – welche Vorkehrungen man konkret zu treffen hat, muss ein verantwortungsbewusster Waffenbesitzer je nach Einzelfall und Situation abwägen. So dürfen Waffen nicht über längere Zeit unbeaufsichtigt im Fahrzeug verbleiben. Deswegen sollte man Waffe und Munition bei Hotelübernachtungen mit ins Zimmer nehmen und im Safe, einem Transportbehältnis, einem verschließbaren Schrank oder einem sonstigen verschließbaren Behältnis verstauen. Das gilt selbst, wenn man das Zimmer nur kurzfristig verlässt. Möglich ist auch, wesentliche Waffenteile wie Schloss oder Vorderschaft zu entfernen, Abzugssperren anzubringen oder die Waffe mit einem geeigneten Schloss an der Heizung anzuschließen – je mehr solcher Maßnahmen, desto sicherer.

 

Kann ein Waffentresor im Auto eine Lösung sein?

 

Einen Stahlblechtresor fest mit dem Pkw zu verbinden ist sicher eine gute Alternative der vorübergehenden Aufbewahrung – sofern dieser nicht von außen sichtbar ist. Solche Tresore können aber die normale häusliche Aufbewahrung (§ 36 Abs. 1 WaffG) nicht ersetzen, sondern nur mehr Sicherheit zur vorübergehenden Aufbewahrung während der Jagd, auf Jagdreisen oder dem Weg zum Schießstand geben.

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