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RWJ 11/2019: Teil III: In-Rohr-Fangsysteme

Fallensysteme zum Einsatz in Kunstbauten

Manch Fang-Systeme muss man nicht beködern – wie man darin Prädatoren überlistet, indem man sich ihr Sozialverhalten zunutze macht, erläutert Fangjagd-Experte Holger Fiedler im dritten Teil unserer Serie.

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Integriertes Rieselfelder Blockaderohr im Kunstbau an einer Böschungskante.

In den ersten Teilen unserer FangjagdSerie wurden verschiedene Betonwipprohrfallen und Klassiker wie Kastenfallen, die durch Innovationen hinsichtlich der verarbeiteten Materialien, Handhabung und Funktion eine zeitgemäße erfolgreiche Jagd ermöglichen, vorgestellt. Alle diese Systeme sind am erfolgreichsten, wenn man sie beködert. Sicher fängt sich auch Raubwild in unbeköderten Wipprohrfallen oder Kastenfallen über Gräben, allerdings ist der Erfolg erkennbar besser, wenn man sie beködert.

 

 

Sozialverhalten nutzen

Ganz anders verhält es sich bei den Fangsystemen dieser Folge: Sogenannte In-Rohr-Fangsysteme oder Blockade- Rohre werden nie beködert. Ihr Einsatz ist schon etwas Besonderes, werden sie doch in Kunstbauten integriert, um einschliefende Füchse, Dachse, Marderhunde und Waschbären zu fangen. Diese Systeme überlisten also nicht durch einen verlockenden Geruch, sondern nutzen das Sozialverhalten des Raubwildes zum Fang.


Familienplanung und Ranz optimal

Wenn die Tage wieder kürzer werden und die letzten Feldfrüchte geerntet sind, beginnt die Fangzeit mit Kunstbaufangsystemen. Die Raubsäuger benötigen ab dann wieder vermehrt Tageseinstände zum Schutz und suchen bereits nach passenden Möglichkeiten zur Jungenaufzucht. Auf dieser Suche inspizieren Reineke und Co. auch die in heimischen Revieren oft eingebauten Kunstbauten verschiedenster Hersteller. Das Raubwild schlieft ein und inspiziert das Versteck. Wird der Unterschlupf für gut befunden, suchen die Beutegreifer ihn nun regelmäßig auf – wenn nicht, bleibt es beim einmaligen Besuch, und der Fuchs kommt nicht mehr zurück. Blockade-Rohre verhindern, dass eingeschlieftes Raubwild den Kunstbau wieder verlassen kann. Einschliefendes Raubwild löst das Fangsystem mit Kopf oder Rücken aus, indem es einen kleinen Stößel an der Oberseite des Fangrohres berührt.

 

Dadurch wird die Arretierung des Schiebers gelöst – und das Raubwild ist gefangen. Blockade-Rohre bieten passionierten Fallenstellern eine hervorragende Ergänzung zu anderen Fangsystemen. Im Folgenden werden zwei praxiserprobte Blockaderohr-Systeme tabellarisch vorgestellt und auf Besonderheiten hingewiesen.

 


  Rieselfelder Blockade-Rohr Essa
     
Hersteller Martin Westermann Norbert Schütte
Vertrieb M. Westermann, W. Höwer Trapperprofi/Raiffeisen
Materialien Betonrohr, Stahl verzinkt, Edelstahl Kunststoff, Alu, Edelstahl
Gewicht System & Rohr 72 KG ca. 9 KG
Maße 100 cm lang, 20er Rohrdurchmesser insgesamte Höhe 55 cm 150 cm lang, 20er Rohrdurchmesser, Domschacht 78cm hoch
Besonderheiten sehr leicht zu bedienen, kann in Sekunden auf Einzel- oder Mehrfang gestellt oder gesichert auf Durchlauf werden sehr einfache Bedienung, kann sehr einfach und schnell auf Durchlaf gestellt werden
Wartungsaufwand keiner keiner
Empfehlung Positionierung vor dem Blockaderohr sollte mind. ein Rohr liegen frühestens als 4. - 5. Element nach dem Einlass
Montagemöglichkeiten gängiger Fallenmelder ja, Wildmelder passt in den verschließbaren Schieberdom ja, einfach
Geeignet für alle gängigen Kunstbausysteme ja, auch Eigenbau-Systeme ja, auch Eigenbau-Systeme
Homepage www.rieselfelder-blockaderohr.de www.trapperprofi.de
Rabatt mengenabhängig mengenabhängig
Preis 329 € 249 €

RWJ 11/2019: In-Rohr-Fangsysteme


Bildergalerie In-Rohr-Fangsysteme

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