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RWJ 10/2019: Teil II: Kastenfallen

Fallen für Marder, Iltis und Co.

Die im RWJ 09/19 vorgestellte Betonwipprohrfalle ist der Alleskönner unter den Fangsystemen – mit leider recht hohen Anschaffungskosten. Doch es gibt in jedem Revier Situationen, in denen auch andere Fallen Erfolg bringen.

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Moderne Kastenfalle (Trapper-Box) auf einem klassischen Fangstandort –eine perfekte Kombination !

Bei Klassikern wie Kasten- und Kofferfalle oder Marderbunker gab es in den letzten Jahren Hersteller, die diese Systeme in puncto Handhabung, Betriebssicherheit und Langlebigkeit optimierten, um Niederwildrevieren professionelle Fallen zum täglichen Einsatz zur Verfügung zu stellen – in Ergänzung zu Betonwipprohrfallen sollten solche Klassiker in keinem Revier fehlen. Alle drei Typen sind deutlich kleiner, kompakter und leichter als Betonwipprohrfallen – und damit im Revier auch flexibel einsetzbar. In der Regel ist es möglich, eine solche Falle allein oder zu zweit, auf jeden Fall aber ohne weiteren Maschineneinsatz in kürzester Zeit aufund wieder abzubauen, falls sich ein Standort verändert (Maisernte) oder der Erfolg ausbleibt. Mit diesen Fallen werden in der Regel die Marderartigen gefangen – selbstverständlich werden auch Füchse oder auch mal ein Dachs überlistet.

 

Allerdings ist das eher die Ausnahme, der Grund liegt in der Kompaktheit – kleines Raubwild fängt sich zwar in großen, großes aber nie in kleinen Fallen! Daher sollte man den Fallentyp immer dem Standort und dem dort zu erwartenden Raubwild anpassen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass man mit Fallen aus Holz langfristig nicht oder nur bedingt erfolgreich fängt – weniger, weil Raubwild Holz meidet, sondern bedingt durch die Eigenschaften von Holz. Wer kennt es nicht – Schieber, die nicht komplett zugefallen sind, da sich Holz bei Nässe, Kälte oder Hitze verzogen hat, oder beide Schieber sind zwar unten, aber trotzdem ist nichts in der Falle, da sich Ratte, Wiesel oder Marder rausgefressen haben. Neue Entwicklungen setzen auf Recyclingkunststoff, Metall oder Beton, dieses Material ist absolut wetterbeständig und kann durch gefangenes Raubwild nicht beschädigt werden, die Betriebs sicherheit ist damit um ein Vielfaches größer.

 

Dazu sind die Funktionalität und das Handling optimiert – so gibt es Kastenfallen aus Bausteinen, um sie besser zu transportieren, und Systeme, die man mit nur einer Hand fängisch stellt und einfacher beködert. Auch wenn es sich dabei scheinbar um Kleinigkeiten handelt, sind es genau solche Details, die bei der Fangjagd Zeit und Energie sparen – und Frustration vermeiden ! Erfolgreich fängt nur der, dessen Fallen auch fängisch stehen! Zeitmangel, fehlende Energie und Frust führen zu oft dazu, dem inneren Schweinehund nachzugeben und die Fallen nicht zu stellen.

Holger Fiedler

RWJ 10/2019: Fallen für Marder, Iltis und Co.

Bildergalerie Fallen für Marder, Iltis und Co.

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