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RWJ 03/2021: Jagdscheinverlängerung

Alle Jahre wieder

Seinen Jagdschein muss man regelmäßig bei der Unteren Jagdbehörde verlängern. Kommen Jäger dem nicht nach, drohen im Schadensfall und bei Kontrollen ernste Konsequenzen.

jagd recht 01

Der Jagdschein wird von der für den Wohnsitz des Jägers zuständigen Behörde als Jahresjagdschein für höchstens drei Jagdjahre oder als Tagesjagdschein für 14 aufeinanderfolgende Tage erteilt. Da das aktuelle Jagdjahr am 31.3.2021 endet, werden also am 1. April Jagdscheine ungültig, wenn man sie nicht rechtzeitig verlängert.

 

 

Kein Jagdschein – keine Pacht

Nach § 13 BJG erlöschen Jagdpachtverträge, wenn dem Pächter der Jagdschein unanfechtbar entzogen wurde. Er erlischt auch dann, wenn die Gültigkeitsdauer des Jagdscheins abgelaufen ist und entweder die zuständige Behörde die Erteilung eines neuen Jagdscheins unanfechtbar abgelehnt hat oder der Pächter die Voraussetzung für die Erteilung eines neuen Jagdscheins nicht fristgemäß erfüllt.

 

Das bedeutet, dass Pachtverträge von Beständern, die nicht rechtzeitig ihren Jagdschein verlängern, am 1. April erlöschen. In dem Fall hat der Jagdpächter dem Verpächter den aus der Beendigung des Pachtverhältnisses entstandenen Schaden zu ersetzen, wenn ihn ein Verschulden trifft – etwa Kosten zur Suche nach einem neuen Pächter oder bei einem niedrigeren Pachtzins in der Folge.

 

Diese misslichen Folgen treten nicht ein, wenn die Jagdpächter rechtzeitig vor dem Ende des Jagdjahres (Ende März) mit einem entsprechenden Versicherungsnachweis ihren Jagdschein verlängern.

 

 


Achtung bei Munition – Zuverlässigkeit in Gefahr

Auch waffenrechtlich ist die verspätete Verlängerung des Jagdscheins eine schwerwiegende Nachlässigkeit – der gültige Jagdschein ist nämlich die Legitimation zum Besitz von Waffen und Munition. Gem. § 13 Abs. 5 WaffG dürfen nur Personen, die über einen gültigen Jagdschein verfügen, Langwaffenmunition legal besitzen. Ohne Jagdscheinverlängerung ist ab dem 1. April eines Jahres daher von illegalem Munitionsbesitz auszugehen. Damit besteht die Gefahr, dass Betroffenen wegen Unzuverlässigkeit kein neuer Jagdschein ausgestellt wird.

 

Wem dieses Missgeschick passiert, sei daher angeraten, sofort seine Munition einem anderen Jagdscheininhaber zur vorübergehenden Aufbewahrung zu übergeben – und zwar so lange, bis man wieder über einen gültigen Jagdschein verfügt.

 

 


Jagdschein immer kontrollieren

Weitgehend herumgesprochen hat sich auch die Notwendigkeit der Jagdscheinkontrolle von Jagdgästen. Während die Behörde sich bei der Verlängerung den Versicherungsnachweis zeigen lässt, ist die Jagdscheinkontrolle quasi die Rückwärtskontrolle des Versicherungsschutzes des Jagdgastes. Nur wer einen gültigen (Original-)Jagdschein vorlegen kann, verfügt auch über eine gesetzlich vorgeschriebene Jagdhaftpflichtversicherung. Nur darauf kann sich der Jagdleiter verlassen. Kontrolliert er dagegen nicht und richtet der jagdscheinlose, nicht versicherte Jagdteilnehmer Schaden an, haftet der Unglücksschütze nicht allein, sondern auch der Jagdleiter – beide schlimmstenfalls nicht mit Versicherungsschutz durch eine Jagdhaftpflicht, sondern mit ihrem Privatvermögen ! Man geht also nicht selbstverständlich davon aus, dass alle ihren Jagdschein dabeihaben!

 

Man kontrolliert zur Sicherheit aller Beteiligten, jeder Jagdgast zeigt unaufgefordert seinen Jagdschein vor. Dies sollte niemandem unangenehm sein, sondern vielmehr eine Selbstverständlichkeit.

 

 


Rechzeitig beantragen

Es empfiehlt sich vor diesen Hintergründen dringend, die notwendige Verlängerung seines Jagdscheins rechtzeitig zu beantragen, ggf. auf dem Postweg, damit die Behörde genügend Zeit hat, vor dem 1. April die Verlängerung durchzuführen.

 

RA Dr. Walter Jäcker
stv. Justiziar des LJV NRW


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