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Aus RWJ 03/2020

Tod einer Jägerin

Meister nennt Hannes Schreiber sein Idol Bob Dylan. Mit diesem Werk verabschiedet sich einer der größten Meister des geschliffenen (Jagd)Krimis von seinen Lesern – der Ruhrgebiets-Autor Werner Schmitz.

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Mit Tod einer Jägerin wagt sich der passionierte Kannickel-Jäger in fremde Welten, allerdings (wie bei ihm nicht anders denkbar) nur, nachdem er sich selbst mit ihnen vertraut gemacht hat. So mündeten etliche Afrika-Aufenthalte mit und ohne Waffe in einem packenden Krimi, den man nicht aus der Hand legt.

 

Die Story: Reporter Hannes Schreiber reist auf den schwarzen Kontinent, um eine Story über die einzige professionelle Großwildjägerin Afrikas zu schreiben – und mit ihr einen Büffel zu erlegen. Doch eines Morgens liegt sie tot im Zelt – war es Mord? Mit Unterstützung einer in mehrfacher Hinsicht interessanten Präparatorin ermittelt Schreiber im Dunstkreis von Wilderei und dubiosen Geschäftsinteressen ...

 

Jenseits des spannenden Plots mit auf den ersten Blick kaum erkennbaren Verleitfährten kommen gerade RWJ-Leser in Tod einer Jägerin voll auf ihre Kosten: Wer Freude hat an geschlifffenem Sprachwitz und auch in jagdlicher Hinsicht sauber recherchiertem Hintergrundwissen, in den Abgründen des Kohlenpotts und seiner liebenswerten Bewohner nicht fremdelt und sich irgendwo im unendlichen Kosmos zwischen Schalke 04 und dem BVB einnorden lässt, wird Tod einer Jägerin verschlingen. Und mit mir traurig darüber sein, dass damit die Ära von Werner Schmitz und seinem Alter Ego Hannes Schreiber zu Ende geht – gut gebrüllt, Löwe !

 

Matthias Kruse

 

Werner Schmitz,

Taschenbuch, 264 S.,

Franckh Kosmos,

ISBN 978-3-440-16839-4,

20 €

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