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RWJ 04/2018: Neue Bücher

Jagdliches Eigentum

Obwohl die Jagd in den vergangenen Jahren zu einem zentralen politischen Streitthema in vielen Bundesländern geworden ist, finden sich grundlegende wissenschaftliche Befassungen mit der Thematik bislang eher selten.

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Umso bemerkenswerter ist der neue Band „Jagdliches Eigentum“, der unlängst in der Schriftenreihe „Bibliothek des Eigentums“ des Springer-Verlags erschienen ist. Mit einem hochkarätigen Autorenteam um den Düsseldorfer Verfassungsrechtler Prof. Dr. Johannes Dietlein sowie der Kölner Verfassungsjuristin Dr. Judith Froese als Herausgeber bietet der Band einen spannenden und fundierten Überblick über die Entstehung und Entwicklung des jagdlichen Eigentums. Dabei werden neben den genuin rechtlichen Facetten auch kulturelle, historische, forstwissenschaftliche und ökonomische Aspekte der Jagd aufgegriffen. Zu den Autoren zählen neben den Herausgebern u. a. Sigrid Schwenk (Bamberg/Wien), die Professoren Martin Moog (München), Friedrich Reimoser (Wien) sowie die bekannten Jagdrechtpraktiker Hans-Jürgen Thies (Hamm) und Stefan Hertel (Remscheid).

 

Zugleich nimmt der Band auch aktuelle Reformdebatten auf, die wie im Beitrag von Prof. Michael Brenner (Jena) im Lichte der eigentumsrechtlichen Garantie der Jagd kritisch hinterfragt werden. Dem Interventionsdrang des Gesetzgebers setzen die Autoren dabei immer wieder die fundamentale Bedeutung des Eigentums „als Motor für die Förderung des Gemeinwohls“ (Dietlein) entgegen. Abgerundet wird der Band durch inhaltliche Positionierungen der im Bundestag vertretenen Parteien. Treffend formuliert der Vorsitzende der Stiftung Eigentum und vormalige Bundestags-Vizepräsident Dr. Hermann Otto Solms im Geleitwort, dass der neue Band „mit seinen insbesondere kulturhistorischen, ökonomischen und rechtlichen Reflexionen ein in dieser Form einzigartiges wissenschaftliches Gesamtbild der Entwicklung, des Standes und der Perspektiven des jagdlichen Eigentums zeichnet“.

 

J. Dietlein / J. Froese (Hrsg.),

330 Seiten,

4 s/w-Abb.,

Springer-Verlag,

ISBN 978-3-662-54770-0,

89,99 €

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