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RWJ 08/2021: Editorial

Zwischen Kitzrettung, Blattjagd und wichtigen Wahlen

In manchen Regionen fällt nahezu ein Viertel des gesamten Jahres-
zuwachses der Rehe dem Mähtod zum Opfer. Wirklich belastbare Zahlen gibt es bis heute zwar leider nicht, aber die Gefahr ist jedem Jäger bewusst.

Editorial

Nicole Heitzig Präsidentin des Landesjagdverbandes NRW, Bild: K.-H. Volkmar

Inzwischen hat auch die überwiegende Mehrheit der Landwirte das Problem erkannt und will aktiv helfen, dieses schreck liche Tierleid zu verhindern – nicht zuletzt auch im eigenen Interesse an hochwertigem Futter. Vergrämung, wildfreundliche Mähtechnik von innen nach außen und die Suche mit brauch-

baren Hunden retten bereits vielen Kitzen und anderen Wildtieren das Leben.

Doch mit dem Einsatz von Drohnen mit Wärmebildtechnik beginnt nicht nur gefühlt eine neue Ära der Kitzrettung. Die Effektivität dieser Methode ist beeindruckend, gefördert von Land und Bund hat sich diese Technik erfreulicher-

weise wie ein Lauffeuer verbreitet. Überall im Land waren in den vergangenen Wochen engagierte Teams aus der Jägerschaft frühmorgens (in der Regel vor dem normalen Arbeitstag) unterwegs, um mit modernster Technik und großem Einsatz Kitze, anderes Jungwild, Gelege und Gesperre vor dem Mähtod zu retten. Der Erfolg ist überwältigend:

Wir haben in diesem RWJ beispielhaft zahlreiche Berichte aus Kreisjägerschaften und Hegeringen zwischen Rhein und Weser zusammengestellt (Kitz- und Wildtierrettung NRW 2021) – mein großes Dankeschön gilt allen aktiven Kitzrettern, den Landwirten, die rechtzeitig Bescheid geben, aber auch der Landesregierung und dem Bund für die Programme zur Förderung der Drohnentechnik.

Inzwischen sind die geretteten Kitze längst mobil und putzmunter und folgen den Ricken überall hin. Unser Puls beim Stapfen durchs nasse Gras wird nun nicht mehr von der Suche nach Kitzen in die Höhe getrieben, sondern eher durch Gedanken, wo wohl der beste Blattjagd-Stand sein könnte, ob ein Ersehnter auf den Locker springen wird oder vollkommen Unbekannte für prickelnde Überraschungen sorgen …

Spannend wirds allemal, ich kenne jedenfalls keinen Jäger, der dieser hohen Zeit der Jagd auf den roten Bock nicht entgegenfiebert. Die beste Phase dafür ist genau ... JETZT ... in den ersten Tagen im August – dabei Ihnen allen ein kräftiges Waidmannsheil !

Danach müssen wir uns schon damit beschäftigen, welcher Partei und welchem Kandidaten wir bei der Bundestagswahl am 26. September unsere Stimmen geben. JEDER Jäger, Waffenbesitzer, Land-, Forstwirt oder Angler sollte die Wahlprogramme gelesen haben und danach unbedingt auch zur Wahl gehen. Jede nicht abgegebene Stimme stärkt nur Kräfte am linken oder rechten Rand. Der DJV hat seine Kernforderungen für artenreiche Wildtierlebensräume und eine nachhaltige Jagd zusammengetragen (10-Punkte-Papier zur Bundestagswahl), sprechen Sie mit Ihren Kandidaten vor Ort darüber.

 

Zum Titelbild:

rwj 0821 10cm

Für viele Jäger sind die Tage der Blattjagd auf den roten Bock ihr ganz persönlicher Höhepunkt im Jagdjahr – und angesichts aller Widrigkeiten der letzten Monate und Wochen Momente tiefer Dankbarkeit.

 

 


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