Seite 1

Zur Landtagswahl am 15. Mai

Zwischen Feindbild und Vision

Als im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung zur Jagd nahezu nichts stand, war dieses eine gute Nachricht. Da aber in unserem föderalen Staat fast alles, was mit Jagd zu tun hat, von den Ländern geregelt wird, brauchte man sich keinen Illusionen hinzugeben – „interessierte Kreise“ werden auch weiter dafür sorgen, dass sich Jagd und Jäger immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen haben.

Heitzig Nicole

Derzeit alarmierendstes Beispiel dafür sind Entwicklungen in Brandenburg, wo der Entwurf der Potsdamer Regierung zu einem neuen Landesjagdgesetz gleich an mehreren Grundpfeilern „sägt“, die das Jagen in Deutschland über Jahrzehnte erfolgreich machten. Ohne wirkliche Not stellt man dort elementare Grundlagen, wie das bewährte Reviersystem, infrage. Gemeinsam mit den Präsidenten aller Landesjagdverbände bin ich darum in großer Sorge und stimme mit der DJV-Führungsspitze Strategien und Konzepte gegen diese bedenkliche Entwicklung ab. Nach Wahlen ist die „politische Willensbildung“ ja vorerst gelaufen, als stärkstes Mittel bleibt Interessenvertretern wie uns da oft nur noch der Weg durch die Instanzen. Aktuelle Gutachten renommierter Verfassungsrechtler unterstützen zwar unsere Bemühungen, doch vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand ...

Umso wichtiger ist es daher immer, vor die Welle zu kommen, sprich politischen Parteien vor Wahlen unmissverständlich zu verdeutlichen, was nicht nur Jäger, sondern der gesamte ländliche Raum, dem wir uns verbunden fühlen, von der Politik erwarten. Wir erinnern uns da gern an die große orangene Solidaritäts-Demo auf der Düsseldorfer Brücke vor dem Landtag. In diesem Prozess stellen sich auch führende Köpfe unseres Landesjagdverbands in diesen Wochen immer wieder der Diskussion:

  • Vizepräsident Lutz Schorn und ich waren zu Gast beim Politischen Waldbauerntag unserer Freunde vom Waldbauernverband mit Experten der Landtagsparteien,
  • Vizepräsident Hans-Jürgen Thies MdB traf sich am Rande des Bundestags mit einer ungewöhnlichen Initiative von Jägern mit Tierschützern: dem Netzwerk Wald mit Wild,
  • bei einem Seminar zu Jagd und Moral in der Eifel vertrat Lutz Schorn die Jäger in NRW. Dort warben u. a. mehrere Schweißhundeführer darum, jenseits aller jagd-, seuchenund waldpolitischen Vorgaben niemals die Würde der Wildtiere zu vergessen.


Am 15. Mai kann jeder von Ihnen bei der Landtagswahl in NRW an der politischen Willensbildung teilnehmen. Wir haben dazu allen im Düsseldorfer Landtag vertretenen Parteien jagdpolitische Prüfsteine vorgelegt. Hier finden Sie die Antworten – bilden Sie sich eine Meinung und geben auf jeden Fall Ihre Stimme ab, ggf. auch per Briefwahl.

Unser Landesjagdverband ist und bleibt parteipolitisch neutral. Das heißt aber noch lange nicht, dass wir nicht parteiisch sind. Auch hier bei uns in NRW wird es dazu nicht ausreichen, allein gegen bestimmte Personen, Parteien und Entwicklungen zu kämpfen.

Feindbilder allein reichen als politische Vision selten aus, auch wenn sie zur Mobilisierung der eigenen (Wähler)Klientel sicher ein probates Mittel sind.

Wir Jäger zwischen Rhein und Weser stehen für etwas ein – wir setzen uns energisch für die Interessen von Wild und Jägern und die des gesamten ländlichen Raumes ein. Helfen auch SIE dabei mit, beteiligen Sie sich an der Diskussion im Jagdverband, fordern Sie Politik und Parteien ... und geben Sie

bei der Landtagswahl Ihre Stimme ab – für Jagd und Jäger!

Editorial

Zum Titelbild: Durch Post-Vorgaben muss unser Druckdienstleister bei der RWJ-Adressierung leider vorübergehend ein überdimensioniertes Versand-Etikett einsetzen, da eine passende Größe momentan nicht verfügbar ist – anderenfalls droht ein erhebliches Strafporto. Daher muss leider bis einschließlich Juni ein größeres Etikett benutzt werden – dafür bitten wir um Ihr Verständnis.
 

Titelbild: K. - H. Volkmar


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.