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RWJ 01/2022: Editorial

Wir sind das Niederwild-Land Nr.1!

In der letzten Zeit konnte man bei der aktuellen Jagdpolitik manchmal

zum Eindruck gelangen, es ginge nur noch um Schalenwild – ganz egal

ob bei der Wald-Wild-Problematik, ASP oder COVID-Verordnungen, stets schienen allein Schalenwildjäger im Fokus zu stehen. Selbst die behördliche Definition von Systemrelevanz ließ Niederwildjäger betroffen und unberücksichtigt zurück (abgesagte Treibjagden wg. Corona).

Editorial

Lutz Schorn | Vizepräsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen

Ich selbst durfte in den 80er Jahren noch mit Niederwild jagdlich groß werden und fühle mich deshalb dort beheimatet. Es war eine Zeit, in der man alten und älteren Jägern bei Berichten über hohe Strecken staunend zuhören durfte, aber auch selbst noch an passablen jagdlichen Freuden teilhaben konnte. Ein eigener vierläufiger NiederwildSpezialist (bei mir die zierliche Drahthaar-Hündin Cita) verhalf als Startkapital zu mancher Jagdeinladung – nach dem Motto Cita wird gebraucht und ist herzlich eingeladen, praktikablerweise mit Führer. Angesichts fehlender jagdlicher Ahnen musste ich mir mit Hund, Horn und passioniertem Fleiß jagdliche Möglichkeiten erarbeiten. Daher weiß ich, dass im Niederwild-
revier Hege viel Arbeit bedeutet – regelmäßig Luderplätze und Schütten versorgen, viele Nächte auf Fuchs und Marder ansitzen, Fallen kontrollieren, Wildschäden verhindern, Biotopverbesserungen planen und und und ...

Deshalb gebührt auch in unseren Reihen den Niederwildjägern viel mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung, zumal die Reviere zwischen Rhein und Weser NRW zum Niederwildland Nr. 1 in Deutschland machen. Die derzeitige politische Ausrichtung im Hinblick auf Naturschutz und Biodiversität bietet dazu eine hervorragende Basis:

Bei vielen kostspieligen Projekten zum Schutz der Offenlandarten (von Feld-

lerche über Feldhamster bis zum Brachvogel) erkennt man plötzlich, was Niederwild-Profis schon immer wussten – ohne Prädatorenmanagement ist

alles für die sprichwörtliche Katz !

Bei einigen Online-Veranstaltungen wurde dies auch von Naturschutzseite unterstützt und nicht länger unter einer eher ideologischen Ausrichtung verneint. An dieser Stelle scheint es in Zukunft also gute Anknüpfungspunkte zwischen Naturschutz und Jagd zu geben. Sie können Akzeptanz schaffen und hoffentlich erkennen lassen, dass die zeitraubende Arbeit von Niederwild-Profis bei der Prädatorenjagd ein wichtiger Meilenstein zur Erhaltung der Offenlandarten ist – und damit auch und zurecht für Hase und Fasan.

In mehreren Gesprächen mit der NRW-Umweltministerin in diesem Zusammen-

hang konnte ich gemeinsam mit LJV-Präsidentin Nicole Heitzig die noch fehlende Förderung von Blühpflanzen zur Biomasse-Produktion ansprechen (allein dabei würde der Name Biogas wieder Sinn machen). Unser Eindruck war, dass Ministerin Heinen-Esser der Thematik durchaus auf geschlossen gegenübersteht. Seien Sie sicher, wir werden an dieser Stelle und auch bei anderen Projekten als Landesjagdverband NRW am Ball bleiben und Initiative zeigen – zum Wohle unserer wunderbaren, nachhaltigen Niederwildjagd !

 

Editorial

Zum Titelbild: Mit diesem winterlichen Motiv eines Schweißhund-Gespanns im vollen Einsatz wünschen wir Ihnen alles Gute für das neue Jahr !

 

Titelbild: K. - H. Volkmar

 


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