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RWJ 02/2022: Editorial

Verantwortlich und waidgerecht

Zusammen mit allen engagierten Jägerinnen und Jägern an der Spitze von Hegeringen und Kreisjägerschaften zwischen Rhein und Weser hoffe ich, dass die vor uns liegenden, nicht einfachen Wochen, die letzten sein mögen, die auch unser Zusammensein mit Kontaktbeschränkungen, Masken, Tests und weiteren Auflagen so sehr erschweren.

Heitzig Nicole

Ich bin dankbar dafür, dass wir gemeinsam die zurückliegende Saison der Bewegungs- und (endlich auch wieder!) Treibjagden trotz aller Auflagen verantwortlich durchgeführt haben. In den beiden zurückliegenden Jahren war dies alles andere als einfach. Wer hätte gedacht, dass wir jemals in die Situation kommen würden, der Gesellschaft gegenüber begründen zu müssen, warum Jagd und Jagen systemrelevant sind... Neben der Pandemie sehen gerade wir uns aber noch vor ganz andere Herausforderungen gestellt:

1. Die Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest wird immer größer – nicht nur, dass die Zahl der verendet aufgefundenen Sauen mittlerweile die traurige Rekordmarke von 3000 überschritten hat. Mit dem Ausbruch in einem Hausschweinebestand bei Güstrow (MVP) und Wildschweinen unmittelbar an der dortigen Landesgrenze zu Niedersachsen gerät die gefährliche Seuche mit einem Sprung über mehrere 100km auch immer näher in unsere Peripherie. Vor diesem Hintergrund appelliere ich an Sie, bei den Bemühungen um eine konsequente Bejagung der Sauen nicht locker zu lassen – auch wenn in unseren Köpfen nun Wochen und Monate beginnen, die wir früher einmal zurecht als Schonzeit bezeichnet haben. Sollte der Winter noch kommen, bietet uns Schnee die Möglichkeit (natürlich ausschließlich bei der Einzeljagd!), v. a. den Frischlingen nachzustellen. Und die sollten wir nicht nur wegen der ASP-Vorsorge scharf bejagen, sondern auch angesichts gerade in diesem Jahr drohender Grünland-

schäden. Auch ohne Schnee kann man dies mit den neuen Möglichkeiten des Jagdrechts tun. 2. Die massiven Auswirkungen durch sog. neuartige Wald-

schäden (Dürre, Stürme, Borkenkäfer) draußen in unseren Revieren sind unübersehbar – und kommen nicht zum Stillstand. Mittlerweile gehen Experten von über 210000ha Freiflächen in den NRWWäldern aus! Vor diesem Hinter-

grund freue ich mich ganz besonders, dass unsere Jäger Solidarität mit den Waldbauern nicht nur versprochen, sondern auch draußen im Wald deutlich gemacht haben – mit über 115000 Rehen wurde im abgelaufenen Jagdjahr eine Rekordstrecke erzielt (s. Erläuterungen der Forschungsstelle zur Jagdstrecke), eine Steigerung von über 10%!


Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken – und Sie gleichzeitig bitten, diese Bemühungen konsequent fortzusetzen.

Eine frühzeitige Bejagung junger Rehe Anfang Mai (wo per Allgemeinverfügung möglich, auch im April an Schadflächen) ist in mehrfacher Hinsicht sinnvoll:

Jeder erlegte Jährlingsbock kann weder länger verfegen noch auf der Straße überfahren werden – und für jedes Schmalreh, das man zu Beginn der Jagdzeit noch vergleichsweise einfach ansprechen und erlegen kann, gilt bei immer höherer Vegetation in der zweiten Maihälfte ein zeitiges Hahn in Ruh!

Jägerische Verantwortung und Waidgerechtigkeit sind die beiden Seiten einer Medaille!

 

Editorial

Zum Titelbild: Hochzeit bei Reinekes – in diesen Wochen sind Füchse ungewohnt tagaktiv ... und bieten uns so gute Chancen, an einen reifen Winterpelz zu gelangen. Was man damit macht? (s. S. 23) Titelbild: K. - H. Volkmar

Zum Titelbild: Hochzeit bei Reinekes – in diesen Wochen sind Füchse ungewohnt tagaktiv ... und bieten uns so gute Chancen, an einen reifen Winterpelz zu gelangen. Was man damit macht? (s. www.waldkauz.net)

 

Titelbild: K. - H. Volkmar

 


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