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Aus RWJ 02/2018

Reduzierung überhöhter Schwarzwildbestände und Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP)

Die aktuelle Entwicklung des Seuchengeschehens ASP bei unseren östlichen Nachbarn Tschechien und Polen bedroht verstärkt auch die Tierhaltung bei uns in Nordrhein-Westfalen. Die Konsequenzen einer Infektion von Haus- oder Wildschweinen mit dem ASP-Virus wären äußerst schwerwiegend und mit massiven Folgen für die betroffene Landwirtschaft und den Jagdsektor verbunden.

 

 

Weiterhin entstehen durch die sehr hohen Schwarzwildbestände übermäßige Wildschäden auf landwirtschaftlichen Flächen, Sportanlagen sowie Grundflächen in befriedeten Bezirken. Die intensive Bejagung des Schwarzwildes ist daher über mehrere Jahre hinweg, bis zu einer deutlichen Entspannung der Situation, fortzuführen. Ich bitte hierzu die unteren Jagdbehörden, die Schonzeit für alles Schwarzwild auf allen bejagbaren Flächen in ihrem Zuständigkeitsbereich gemäß § 24 Abs. 2 LJG-NRW mit sofortiger Wirkung bis zum 31.3.2021 aufzuheben.

 

Die Schonzeit für Schwarzwild ist damit aus Gründen der Landeskultur i.S. von § 22 Abs. 3 BJagdG Satz 1 landesweit ganzjährig aufgehoben. Ausgenommen sind nur Bachen mit gestreiften Frischlingen unter ca. 25 kg.

 

Die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung NRW wird gebeten, kurzfristig durch die Bereitstellung eines Bejagungskonzepts die Einhaltung einer waidgerechten Jagdausübung sicherzustellen. Von Jagdreisen in Ländern mit ASP-Geschehen wird weiterhin dringend abgeraten.

 

Dr. Heinrich Bottermann (Staatssekretär im Umweltministerium NRW)

 

 

Afrikanische Schweinepest

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