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RWJ 07/2018: Landeshegeschau 2018

Spiegel der Lebensräume

Die 22. Landeshegeschau im Kölner Gürzenich bot eine Plattform, um für die Lebensansprüche des Wildes zu werben. Die langfristige Sicherung der Vorkommen erfordert Akzeptanz in der Gesellschaft, Engagement der Jagd, Verständnis für die Lebenssituation der Wildarten und Rücksichtnahme aller. Dies zu transportieren, zählt zu den Anliegen einer Landeshegeschau.

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Sonderexponate betonen den Anspruch einer echten Hegeschau – hier Rothirsch mit Paßstangen. Fotos: RWJ/F. Höltmann

Köln steht für das Rotwildvorkommen Königsforst – Wahner Heide, gewissermaßen im Schatten des Doms. Grünbrücken über die BAB 3 und die parallel verlaufende Rösrather Straße sind gelungene Beispiele für Lebensraumverbund im Ballungsraum. Mit 22 Rothirschgeweihen, je einem Sikahirsch aus dem Arnsberger Wald und Höxter, 5 Damschauflern, 34 Rehkronen, 9 Muffelschnecken und 11 Keilerwaffen berücksichtigte die Landeshegeschau die Jagdzeiten 2015/16, 2016, 2017/18. Vertreten waren alle Rotwild-, beide Sikawild-, ein Damwildgebiet, alle Muffelwildvorkommen sowie Sauen und Rehe.

 

Der Lebensraumverbund bleibt eine Daueraufgabe in Nordrhein-Westfalen, für die es zu werben gilt. Aktuell steht die Querungsmöglichkeit über die A 45 im Bereich Landeskroner Weiher (SI) an der Landesgrenze zu Hessen und die Querung in Verbindung mit dem Ausbau der B 480 n im Bereich Wünnenberg-Haaren (PB) auf der Agenda.

 

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Auch Damschaufler und Muffelschnecken zeugten von der Lebensraumqualität unterschiedlicher Reviere zwischen Rhein und Weser.

Der Katalog zur Landeshegeschau greift wie in den letzten Jahren Praxisfragen auf und ist dadurch ein kleines Kompendium zur Arbeit in Hegegemeinschaften und im Revier. Die Handlungsempfehlungen zur Plandurchführung revierübergreifender Drück- u. Bewegungsjagden ermuntern zur Kontaktaufnahme zum Projekt Beratender Berufsjäger NRW. Ein besonderes Kapitel ist der Bejagung des weiblichen Wildes gewidmet, das unter Tierschutzaspekten und zur Bestandsentwicklung eine Schlüsselrolle einnimmt. Erlegtes Wild geht durch die Hand des Menschen, von daher ist die sichere Ansprache an der Strecke Pflicht. Entscheidend ist die gemeinsame Auswertung der Strecke. Der Katalog bietet auch dazu eine Anleitung


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Neu aufgenommen wurde erstmals eine Streckentafel mit der Möglichkeit, Daten automatisch verrechnen zu lassen. Ein Beitrag zu Anforderungen an Gesellschafts- und Einzeljagden unter Tierschutzaspekten macht deutlich, dass dies kein neues Thema ist. Besonderer Dank gilt allen, die ihre Trophäen zur Landeshegeschau zur Verfügung gestellt haben.

 

Dr. Michael Petrak

Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung,

Pützchens Chaussee 228,

53229 Bonn,

E-Mail: michael.petrak@lanuv.nrw.de

 

Bildergalerie Landeshegeschau 2018

Download

Der vollständige Artikel aus Rheinisch-Westfälischer Jäger Ausgabe 01/2018 steht Ihnen nachfolgend als kostenloser Download zur Verfügung.

RWJ_07/2018: Forschungsstelle


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