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RWJ 12/2015: KJS Essen

Wie aus einem heruntergekommenen Teich ein wertvolles Feuchtbiotop wurde

Auf dem Landesjägertag 2015 in Schmallenberg wurde der HR Atteln (PB) von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung und dem Landesjagdverband NRW mit dem Biotophegepreis ausgezeichnet. Sechs Projekte bewarben sich darum, im Rahmen einer kleinen Serie stellen wir sie vor.

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Durch ehrenamtliches Engagement der Jäger in der Großstadt Essen entstand mitten im Ruhrgebiet ein herausragendes Feuchtbiotop.

Die Essener Jäger waren viele Jahre auf der Suche nach einem eigenen Ausbildungs- und Prüfungsgewässer für Jagdhunde in der Ruhrstadt. Eine Findungskommission schlug dafür die Eickenscheider Teiche vor – zwei Anlagen, die bis dahin durch eine Fischereigemeinschaft genutzt wurden. Eigentümer der Anlage ist der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR), die Teiche sind Bestandteil eines gemeinschaftlichen Jagdbezirkes. Das Gelände liegt in einem Wohngebiet, ist aber von Bahndämmen und einem Baumbestand eingegrenzt.

 

Mit dem RVR wurde 2010 ein Pachtvertrag zur Nutzung als Hundeausbildungs- und Prüfungsgewässer abgeschlossen. Bei der Übernahme durch die Kreisjägerschaft war die Anlage in einem desolaten Zustand – die Zäune waren nur noch in Resten vorhanden und lagen teilweise im Gewässer. Die Teiche waren „vermüllt“, wie auch die Ränder abseits der Wege. Der Schilfbewuchs war dürftig und es fehlte an Lebensraum und Deckung für wild lebende Tiere.

 

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Bei der Übernahme durch die Kreisjägerschaft war die Teichanlage in einem desolaten Zustand.

Um diese Situation zu verbessern, führte die Kreisjägerschaft in Abstimmung mit der Fischereigenossenschaft mit eigenen Mitteln folgende biotopverbessernde Maßnahmen durch:

 

  •  zunächst musste im großen Umfang Müll aus den Teichen und Uferbereichen entsorgt werden – Zaunreste, Bauschutt und Hausmüll,
  • für besseren Lichteinfall wurden Bäume und Sträucher geschnitten,
  • um zusätzliche Deckung zu schaffen, wurde Schilfgras umgepflanzt, neues Schilfrohr beschafft und eingepflanzt,
  • zur Sicherung des Gewässers wurde zur Bahntrasse ein neuer 50 m langer Zaun installiert.

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Dürftiger Schilfbewuchs an vermülltem Gewässer.

Diese Maßnahmen zeigen nach wenigen Jahren, dass sich das Biotop deutlich verbesserte. Heute kommen dort Tierarten vor, die bisher nicht Bestandteil dieser Lebensgemeinschaft waren (Insekten, Amphibien, Wasservögel). Dazu ist ein positiver Effekt auf die Wasserqualität und den Fischbesatz erkennbar. Regelmäßige ehrenamtliche Arbeitseinsätze der Essen Jäger sind ein fester Bestandteil im Jahreskalender der Ruhrjäger. Damit wird sichergestellt, dass die erreichte Qualität dieses Biotops erhalten bleibt. Durch dieses ehrenamtliche Engagement entstand durch Jäger in einer Großstadt mitten im Ruhrgebiet ein hervorragendes Biotop.

 

LJV NRW


Biotop-Hegepreis 2015

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