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RWJ 05/2014: Zur Erinnerung - Wildtiere schützen

Von innen nach außen mähen!

Mit dem Beginn der Grünlandernte steigt die Gefahr von Ausmähverlusten in der frei lebenden Tierwelt. Da es immer noch keine befriedigend funktionierenden Wildretter gibt, ist das „Mähen von innen nach außen“ eine der wenigen Möglichkeiten, Mähverluste zu vermeiden.

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Mit gut gemachtem Info-Material und Aufklebern sollten Niederwildheger in diesen Wochen bei „ihren“ Landwirten werben.

Bei den modernen, immer breiter und schneller fahrenden Mähern bleibt den Wildtieren damit zumindest die kleine Fluchtmöglichkeit durch das noch ungemähte Gras der Parzelle. Das gilt insbesondere für Althasen und Dreiläufer, selbst Fasanenhennen können so ihre Küken noch in Sicherheit bringen.

 

Eine im Jahr 2004 veröffentlichte Diplomarbeit der Uni Potsdam dokumentierte noch einmal, dass das „Mähen von innen nach außen“ nach einer kurzen Einarbeitungszeit nicht zeit- und kostenintensiver als traditionelle Arbeitstechniken ist.

 

Es ist allerdings zu beachten, dass die abgelegten Kitze durch diese alternative Arbeitstechnik nicht gerettet werden können. Um die Kitze und anderen „Ducker“ vor dem Mähtod zu bewahren, müssen weiterhin an dem Abend vor der Mahd Scheuchen (mit oder ohne akustischem Wildretter, s. Artikel) auf diesen Flächen aufgestellt werden und vor der Mahd diese Flächen mit einem Jagdhund abgesucht werden (mit oder ohne akustischem Wildretter).

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Zur Erinnerung - Wildtiere schützen

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Pflegen Sie Ihre guten Kontakte zwischen Jägern und Landwirten. Nur so haben wir die Möglichkeit, wild lebende Tiere in der freien Feldflur auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

 

Gehen Sie als Jäger zu Beginn der Grünlandernte bitte auf die Landwirte und Unternehmer zu, die sie kennen, und versuchen diese für das „Mähen von innen nach außen“ (bei sehr großen Flächen – größer 2,5 ha – „von einer Seite zur anderen“ unter der Berücksichtigung einer Fluchtmöglichkeit des Wildes zur nächsten Dickung bzw. Deckung) zu gewinnen.

 

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Bewirtschafter bereit sind, „von innen nach außen“ zu mähen, wenn sie erleben, dass mit dieser alternativen Arbeitstechnik bei gleichem Kosten- und Zeitaufwand wild lebende Tiere gerettet werden können. Denn kein Landwirt oder Lohnunternehmer mäht gerne wild lebende Tiere aus.

 

LJV NRW

 


Tierschutz

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