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RWJ 11/14: Auftakt zur Lernort-Natur-Woche der KJS Düsseldorf-Mettmann

Spannende Diskussion um Hunde und Katzen

Hunde- und Katzenbesitzer können mit verantwortungsvoller Haltung viel zum Artenschutz beitragen – so das einhellige Ergebnis einer Diskussion, zu der Gerd Spiecker, Vorsitzender der KJS Düsseldorf und Mettmann, an der Waldschule im Wildpark Grafenberg begrüßen konnte. Einen Tag vor Beginn der Lernort-Natur-Woche gings ums heiße Thema Hunde und Katzen in der Natur.

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Zur Debatte über Hunde und Katzen diskutierten im Grafenberger Wildpark (v. l.): Gerhard Thomas (LJV-Präsidium), Wolfgang Sternberg (NABU Mettmann), Gerd Spiecker (KJS D/ME), Paul Schmitz (FoA Düsseldorf) und Karl Bröcker (Bauernschaft).

Dass verantwortungsvolle Haltung bei der Rassewahl beginnt, stellte Tierärztin Felicitas Behr klar. „Wer seinen Hund nicht jagdlich einsetzen möchte, sollte sich für eine Rasse mit geringem Jagdtrieb entscheiden.“ Hunde frei durch Feld und Flur stöbern zu lassen, sei die falsche Lösung. Futtersuche im Garten dagegen sei eine sehr freudige Beschäftigung. Die Sozialisation in den ersten Welpenmonaten sollte man zum Grundgehorsam nutzen und üben, dass er Tiere, die er gerne jagen würde, ignorieren lernt. Sie empfahl, Freigängerkatzen unbedingt kastrieren zu lassen: „Unkastrierte Kater beanspruchen ein 800-ha-Revier.“

 

Laut Gerhard Thomas wildern nur wenig streunende Hunde regelmäßig. Hauptübel sind für den Vorsitzenden im LJV-Niederwildausschuss schlecht erzogene Hunde, die beim Spaziergang entwischen und Halter, die ihre Hunde absichtlich querfeldein durch die Natur führen. „Hunde und Menschen sorgen so für eine enorme Beunruhigung des Wildes.“ Um das Problem vieler streunender Katzen, die heimischen Singvögeln zur Gefahr werden, in den Griff zu bekommen, plädierte Thomas für eine Kastrationsund Meldepflicht für freilaufende Katzen – auch zum Schutz der echten Wildkatze: „Wenn sich streunende Hauskatzen damit kreuzen, ist das zur Erhaltung der seltenen Wildkatze eine Katastrophe.“

 

Paul Schmitz, Leiter der Forstabteilung der Stadt Düsseldorf, bat Hundehalter um mehr Rücksicht. Wer seinen Hund beherrsche, dürfe ihn zwar unangeleint laufen lassen, aber so, dass er auf dem Weg bleibt, im Naturschutzge-biet gelte unbedingte Anleinpflicht. Kreislandwirt Karl Bröcker schilderte den enormen Freizeitdruck auf der Natur und landwirtschaftlichen Flächen: „Hier leben immerhin 2000 Menschen pro Quadratkilometer, die sich zu Fuß, zu Pferde, auf dem Mountainbike, mit und ohne Hund in der freien Landschaft erholen.“ Er bat Spaziergänger, Hunde nicht auf Weiden oder Getreidefeldern ihr „Geschäft“ erledigen zu lassen.

 

Bei allem Verständnis dafür, das sich Hunde und Katzen artgerecht bewegen und betätigen sollen, appellierte auch Wolfgang Sternberg, NABU-Vorsitzender im Kreis Mettmann, ans Verantwortungsbewusstsein. „Die Hundewahl hat nichts mit der Frage zu tun, ob eine Rasse zu meinem Outfit passt.“ Wer Katzen halte, könne zumindest im eigenen Garten viel für Singvögel tun, indem er Nester in den Bäumen mit Kletterbarrieren schütze.

 

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Tötung streunender und wildernder Haustiere nur allerletzte Lösung sein darf, im Sinne des Artenschutzes aber im einzelnen Extremfall möglich bleiben sollte.

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