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RWJ 09/2013: KJS Gelsenkirchen gewinnt Biotophegepreis 2013

Ruhrjäger helfen Großhöhlenbrütern

Auf dem Landesjägertag Mitte Juni in Münster wurde die Kreisjägerschaft
Gelsenkirchen von Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung und Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen mit dem Biotophegepreis 2013 ausgezeichnet.

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Von der Nistkasten-Aktion der Gelsenkirchener Jäger für Großhöhlenbrüter profitieren besonders Hohltauben. Foto: W. Nagel

Schon 1979/80 begannen engagierte Jugendlichen, unter Anleitung des heutigen Kreisjagdberaters Reinhard Jäger erste Nistkästen zu bauen, aufzuhängen und zu betreuen. Zunächst handelte es sich dabei um Meisenkästen, teilweise auch Halbhöhlen- und Baumläufer- und wenige Stein- und Waldkauzkästen. 1983 folgte der eigentliche Start des Großhöhlenprojektes – Schüler der Georg-Kerschenstein-Berufsschule bauten nach Vorgabe und Bauplänen der Ruhrjäger 30 Nistkästen.

 

Das Material bezahlte die Kreisjägerschaft, aufgehängt und regelmäßig gereinigt wurden die Kästen von einem Mitglied der Kreisjägerschaft. Dazu stellte das Grünflächenamt jedes Jahr einen Hubsteiger zur Verfügung.

 

1989 wurden von den Schülern der Georg-Kerschenstein-Berufsschule 30 weitere Bruthilfen gebaut, die Zahl der aufgehängten Nistkästen erhöhte sich damit auf 56.

 

Einige ältere Kästen mussten durch neue ersetzt werden. Reinigung, Kontrolle und Reparatur wurde nun vom Mitglied der Kreisjägerschaft Dirk Schnädelbach und gelegentlich von einigen anderen KJS-Mitgliedern durchgeführt.

 

Bildergalerie „KJS Gelsenkirchen gewinnt Biotophegepreis 2013”

 

1991 wurden 15 neue Kästen von der Veltins-Brauerei gestiftet, die Zahl der aufgehängten Kästen stieg damit auf 64. Auch zu diesem Zeitpunkt wurden einige alte Nistkästen durch neue ersetzt.

 

Zusätzlich wurden sechs Turmfalkenkästen an verschiedenen Industrieanlagen angebracht.

 

1996 wurden sieben weitere Turmfalken- Nistkästen an alten Industrieanlagen der RAG außerhalb des Stadtgebietes in Essen, Bochum und Dortmund angebracht – veranlasst durch das KJS-Mitglied Ivo Holdefleiss (Bergassessor/ RAG). Gebaut wurden die Kästen von Dirk Schnädelbach.

 

Hauptnutznießer der Großhöhlenaktion ist die Hohltaube, die heute in Gelsenkirchen mit nicht unwesentlichem Besatz flächendeckend vorkommt. Ab und an kommt es zu Waldkauzbruten – und zum Bezug durch Eichhörnchen.

 

Neben „offiziellen“ Nistkästen brachten verschiedene Gelsenkirchener Jäger im Stadtgebiet noch einzelne Steinkauz-, Turm- und Wanderfalkenkästen an – und kontrollieren diese regelmäßig.

 

So befindet sich etwa ein Wanderfalkenkasten im Urbanusdom und ein weiterer aus Edelstahl auf der ehemaligen Zeche Hugo – beide in Gelsenkirchen-Buer.

 

Das Höhlenbrüter-Projekt der Kreisjägerschaft Gelsenkirchen ist ein weiterer Beweis für die vielen verschiedenen Aktivitäten der Jägerschaften im Bereich des Arten- und Naturschutzes. Die ausgezeichnete Arbeit der Jäger mitten im Ruhrgebiet zeigt einmal mehr sehr deutlich, dass Jagd und Naturschutz keine Gegensätze sein müssen und sich wunderbar ergänzen können.

 

LJV NRW


Biotophegepreis 2013

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