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RWJ 10/15: Biotopschutz im Wienhagen (Hegering Kierspe-Röhnsahl/MK)

Orchideenschutz im Märkischen Sauerland

Auf dem Landesjägertag 2015 in Schmallenberg wurde der HR Atteln (PB) von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung und dem Landesjagdverband NRW mit dem Biotophegepreis 2015 ausgezeichnet. Sechs Projekte bewarben sich darum, im Rahmen einer kleinen Serie stellen wir sie vor.

 

bhp-10-15

Seit rund 25 Jahren wird im Hegering Kierspe-Rönsahl im Märkischen Sauerland aktiver Biotopschutz betrieben. Als die Jagdsteuer im Märkischen Kreis erhöht wurde, flossen jährlich 52 000 DM zu Naturschutzzwecken zurück an Jäger und Naturschutzverbände. In den folgenden Jahren wurden Hecken und Obstwiesen angelegt. Insgesamt pflanzten die Mitglieder des Hegerings rund 3 500 m Hecken und etwa 100 Hochstamm-Obstbäume. Material wurde gestellt, die Arbeit war Eigenleistung. Schon damals begann eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den Ortsgruppen von BUND und NABU, die bis heute anhält. Als 1992 auf dem Hegeringfest ein Überschuss erwirtschaftet wurde, war man glücklich, eigenes Geld zur Verfügung zu haben, damit sollte etwas anderes geschehen …

 

Der Hegering pachtete einen kleinen Bruchwald und eine Feuchtwiese, die seitdem jährlich in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station gepflegt werden. Dank jährlicher Mahd stieg dort die Zahl der Orchideen von einst etwa 100 auf heute über 5 000 Exemplare!

 

Diese beiden Objekte waren der Beginn der Naturschutzarbeit des Hegerings in Wienhagen – einem Waldgebiet zwischen Kierspe und Rönsahl. Er ist geprägt durch Fichtenanbau und mehrere kleinflächige Hangmoore. Charakteristische Pflanzen sind das Gefleckte Knabenkraut, die Glockenheide und vor allem Moorlilien. Teile des Wienhagens sind FFH-Gebiet, es gibt mehrere Naturund Landschaftsschutzgebiete. In der Folgezeit wurden auf Bestreben des Hegerings fünf Entfichtungsmaßnahmen durchgeführt. Nachdem das Einvernehmen des Privatwaldbesitzers eingeholt wurde, stellten die Jäger einen Förderantrag. Die untere Landschaftsbehörde war von den Plänen jedes Mal so sehr begeistert, dass sie die Maßnahme aus ihrer Kasse finanzierte.

 

Die Kasse des Hegerings ist – nachdem die Jagdsteuer abgeschafft wurde – in der Zwischenzeit leer. Es lässt sich aber auch weiter Biotopschutz in Wienhagen betreiben. Aktuell ist der Hegering dabei, die Wogen zwischen einem Waldbesitzer und der unteren Landschaftsbehörde wieder zu glätten. Wenn das gelingt, kann in einem geschützten Landschaftsbestandteil ein weiteres Mal die Fichte zurückgedrängt werden.

 

Die aktiven Orchideenschützer wünschen allen Jägern in NRW so viel Freude und Erfolg bei der Arbeit, wie es der märkische Hegering mit seinen Mitgliedern vor Ort hat!

 

Biotop-Hegepreis 2015

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