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RWJ 04/2018: Hege und Jagdhilfen in der Kulturlandschaft

Landwirte und Jäger müssen jetzt an einem Strang ziehen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der DJV rufen Landwirte gemeinsam dazu auf, bei der diesjährigen Mais-Aussaat Schneisen anzulegen. Damit sollen Jäger bessere Möglichkeiten zur Sauenbejagung erhalten. Gleichzeitig kann so die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft gefördert werden.

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Bejagungs- und Blühstreifen können durch Landwirte recht unkompliziert angelegt werden. Sie fördern Artenvielfalt und können später gemulcht und als Jagdschneise genutzt werden. Foto: Kowol/Landwirtschaftskammer

Mit Nachdruck fordern Jagd- und Landwirtschafts-Verbände gleichzeitig die Regierungen aller Bundesländer auf, den vorhandenen agrarpolitischen Spielraum zur Anlage von Bejagungsschneisen zu nutzen und sog. „Mischcodes“ für Bejagungsschneisen auch tatsächlich zur Antragstellung 2018 anzubieten. Jagdschneisen müssen künftig in allen Feldkulturen unbürokratisch möglich sein!

 

Die Landwirtschaftskammer NRW weist darauf hin, dass man mit geringem Bürokratie- und Kontrollaufwand zusätzlich freiwillige Bejagungs- und Blühstreifen anlegen kann. Naturschutzfachlich gesehen bieten diese Streifen Nahrungsraum für viele Insekten und damit auch gleichzeitig für die insektenfressenden Arten. Außerdem bieten sie dem Wild dringend benötigten Rückzugsraum. Für die freiwilligen Streifen gibt es allerdings kein Geld. Dafür ist die Umsetzung unkompliziert möglich. Die Streifen können auf allen Flächen mit einer Hauptkultur angelegt werden. Einzige Vorgabe dabei ist, dass sie einen Flächenanteil von max. 20 Prozent einnehmen. Besonders eignen sich Ränder von Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben. Ebenso können schräge Teilflächen, Flächen entlang von Waldrändern o. Gewässern, Mulden oder steinige Ecken

 

durch diese Einsaat unproblematisch aus der Produktion genommen werden. Die Einsaat ist terminlich nicht weiter vorgegeben. Unproblematisch kann diese nach dem 1. April (nach Einsaat der Hauptkultur) erfolgen. Es gibt keine Vorgabe der Einsaatmischungen und kein Verbot des Befahrens dieser Streifen. Nach Ernte der Hauptkultur können diese Flächen umbrochen und wieder in Kultur genommen werden. Kleiner Wermutstropfen: Die Bewirtschafter müssen den Schlag der LWK-Kreisstelle melden.

 

Ein unkompliziertes Antragsformular kann bei jeder Kreisstelle angefordert und bei Antragstellung am 15. Mai mit eingereicht werden. Sprechen Sie also mit den Landwirten in Ihrem Revier – Teilflächen für Blüh- und Bejagungsschneisen sind auf jedem Betrieb vorhanden.

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