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Aus RWJ 01/2020

Landesregierung und Verbände beschließen Waldpakt NRW

Die Landesregierung unterzeichnete im Dezember mit Verbänden aus Forst- und Holzwirtschaft, Naturschutz und Berufsvertretung den Waldpakt NRW.

 

Er beinhaltet ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Anpassung an den Klimawandel und zur Bewältigung der aktuellen Schäden durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer. Vereinbart wurden zudem umwelt- und baupolitische Initiativen zur Förderung der nachhaltigen Holznutzung und Honorierung der Klimaschutzleistungen. Für Ministerpräsident Armin Laschet ist der Waldpakt ein Bekenntnis zur Verantwortung für die Zukunft des Waldes. Die Landesregierung stehe fest an der Seite der Waldbesitzer und werde sich beim Bund stark machen, um Klimaleistungen mit einer Baumprämie zu honorieren. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser betonte bei der Unterzeichnung, dass mit dem Pakt die Entwicklung stabiler Mischwälder konsequent fortgeführt werde. Bauministerin Ina Scharrenbach warb für Holz als attraktiven Baustoff und sicherte praktische Vorschläge zu, um das Bauen mit dem nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoff zu forcieren. Dr. Philipp Frhr. Heereman (Vorsitzender Waldbauernverband NRW) erläuterte, dass die Hilfsangebote des Landes in der aktuellen Extremsituation und zur Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel dringend erforderlich seien.

 

 

Wie die Hilfe funktionieren soll

Der Waldpakt „Klimaschutz für den Wald – unser Wald für den Klimaschutz“ bündelt zahlreiche Ziele und Maßnahmen in drei Handlungsfeldern:

 

1. Die Anpassungsstrategie Wald im Klimawandel betont die besondere Bedeutung des Waldes als Klimaschützer, der selbst stark von Klimaänderungen betroffen ist. Gemeinsame Ziele sind daher klimastabile Mischwälder mit größerer Vielfalt und Naturnähe, angepasste Wildbestände und der Ausbau der Wald- und klimabezogenen Forschung.

 

2. Unterstützung für Wald und Waldbesitzende formuliert eine Fortführung der Hilfen zur Schadensbewältigung und eine stärkere Honorierung der Gemeinwohlleistungen des Waldes. Das Land wird dazu Mittel für Ad-hoc-Hilfen und für die Wiederbewaldung bereitstellen. Nach einer Erhebung des Landesbetriebes Wald und Holz NRW fielen 2018/19 allein bei der Fichte über 18,7 Mio. m3 Schadholz an (Stand: November 2019). Von bislang beantragten rund neun Mio. Euro wurden bereits etwa acht Mio. Euro bewilligt. Zur Wiederbewaldung wurden zudem für die kommenden 10 Jahre 100 Mio. Euro zugesagt.

 

3. Umwelt- u. baupolitische Initiativen:

  • Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen
  • Reform des Forstschädenausgleichsgesetzes
  • Förderung des Holzbaus (Unterstützung der CO2-Bindung und des wald- und holzbasierten Klimaschutz-Beitrags)

 

Unterzeichner des Waldpaktes sind die Landesregierung, der Waldbauernverband, der Waldbesitzerverband, die Familienbetriebe Land und Forst, der NABU, der Bund Deutscher Forstleute, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar- Umwelt, die Deutsche Säge- und Holzindustrie, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt, der Forstverein und die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft


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