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RWJ 05/2014: Fotoaktion gegen das Artensterben

Jäger sorgen sich um frei lebende Tiere

Der LJV-Fotoaktion Jagdschutz mit der Kamera schloss sich mittlerweile auch der DJV an, vor Ostern wurden auch Nichtjäger zur Teilnahme aufgerufen.

0514 fotoaktion katzen

Die nordrhein-westfälischen Jäger fordern, dass Tierschutz auch für frei lebende Tiere wie Kaninchen, Hasen oder Singvögel gelten muss.

Schätzungsweise 2 Millionen verwilderte Katzen streunen in Deutschland herrenlos umher – und fügen Vögeln, Amphibien und Säugern bis zur Hasengröße erhebliche Verluste zu. Regelmäßig erreichen den Landes jagdverband Fotos wie dieses. „Tierschutz ist unteilbar. Er gilt für Haustiere ebenso wie für Wildtiere. Viele Tierschützer konzentrieren sich einseitig auf den Schutz von Haustieren, sehen aber das Leid von Wild und anderen frei lebenden Tierarten nicht“, sagt LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg, „um dieses Problem kümmern sich aber die Jäger.“ Deshalb fordern sie im Sinn eines ungeteilten Tierschutzes, auch weiter die heimische Tierwelt vor wildernden Haus tieren schützen zu können. Lösungsansätze sehen die Jäger auch durch die Einführung von Kastrations- und Registrierungsprogrammen sowie der Einführung einer Katzensteuer.

 

Wildernde Katzen gefährden massiv den Schutz wild lebender Tierarten. Gerade jetzt im Frühjahr sind Jungtiere in der Natur besonders gefährdet. „Wir bitten deshalb alle Tierhalter, Katzen und Hunde in der freien Natur nicht unbeaufsichtigt streunen und wildern zu lassen“, so Müller-Schallenberg.

 

Nach Berechnungen des DJV erbeuten vermeintlich zahme Stubentiger und Schoßhunde während der Brut- und Aufzuchtzeit bis August etwa eine Million Kaninchen und Hasen sowie über sechs Millionen Vögel! Größere Hunde machen auch vor wehrlosen Kitzen oder trächtigen Ricken nicht halt.

 

Probleme mit wildernden Katzen gibt es nicht nur in Jagdrevieren, sondern auch in heimischen Gärten. Deshalb ärgern sich immer mehr Leute über den stummen Frühling, weil sie keine Vogelstimmen mehr hören.

 

Über 500 000 Haustiere werden zudem jedes Jahr in Deutschland ausgesetzt – meist Katzen und Hunde zur Ferienzeit. Das Aussetzen von Haustieren ist – so der LJV – nicht nur verantwortungslos, sondern auch ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der mit bis zu 25 000 € Strafe geahndet werden kann. Tatorte sind Raststätten, Landstraßen und Waldränder – viele handzahme Vierbeiner verenden dort kläglich, doch überlebende Hunde und Katzen üben in der freien Natur einen enormen Räuberdruck auf Singvögel und Kleinsäuger aus. Studien belegen – nur eine streunende Katze kann pro Jahr bis zu 1 000 Vögel, Kleinsäuger und Amphibien erbeuten.

 

Die Gefahr der frei lebenden Tierwelt durch verwilderte Haustiere will der LJV auch durch eine Fotoaktion weiter dokumentieren. Wildernde Katzen mit Beute, ausgeräumte Gelege, aber auch Risse von wildernden Hunden gehören dazu. Jäger und andere Tier- und Naturschützer können mit solchen Fotos auf das Problem aufmerksam machen und im Internet und digitalen Netzwerken veröffentlichen. Seit dem Start der Aktion Ende März sind dem LJV bereits 50 entsprechende Fotos geschickt worden.

 

So kann sich jeder beteiligen

 

  • Beobachtungen per Foto festhalten und gut abrufbar speichern
  • Fotos an den LJV schicken und ggf. zur öffentlichen Nutzung freigeben (presse@ljv-nrw.de
  • Beteiligung an Diskussionen in Netzwerken und Infos darüber an den LJV (info@ljv-nrw.de)

 

Daten und Fakten zu verwilderten Haustieren

Einer US-Studie zufolge töten allein in den USA Katzen bis zu 3,7 Milliarden Vögel sowie 20,7 Milliarden kleine Säuger. Die Ergebnisse übersteigen alle bisherigen Annahmen anderer US-Studien (http://bit.ly/1j1VTMl). Gemäß einer Studie des Bundesumwelt ministeriums (2002) gehören Katzen zu den „wichtigsten schadenverursachenden Neozoen in Deutschland. [...] Frei laufende Hauskatzen sind die absolute Bedrohung der Singvögel im siedlungsnahen Bereich“ (http://bit.ly/1gQfihW).

 

Wissenschaftliche Studien werden zudem in Haustierforen bestätigt: Unter der Rubrik Was bringt denn Eure Katze so nach Hause? findet man das komplette Beutespektrum der vierbeinigen Lieblinge.

 

http://bit.ly/18LiYNf http://bit.ly/18LiAyl

 

Weiterführende Literatur:

 

Loss et al. 2012: The impact of free-ranging domestic cats on wildlife of the United States. in: Nature Communications. DOI: 10.1038/ ncomms2380. http://bit.ly/1j1VTMl

 

Kinzelbach et al. 2002: Bestandsaufnahme und Bewertung von neozoen in Deutschland, Untersuchung der Wirkung von Biologie und Genetik ausgewählter Neozoen auf Ökosysteme und Vergleich mit den potenziellen Effekten gentechnisch veränderter Organismen. Heft 25/2002. Umweltbundesamt, ISSN 1862- 4804 http://bit.ly/1gQfihW

 

Coleman et al. 1997: Cats & Wildlife – A Conservation Dilemma. http://bit.ly/1ayIpHo


Wildernde Katzen

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