Seite 1

RWJ 08/2015: Feuchtbiotop Tindeln in Atteln (PB)

Hochstift-Jäger renaturieren Groß-Biotop

Auf dem Landesjägertag Ende Mai wurde der Hegering Atteln (PB) von der Wildtier- und Biotopschutz-Stiftung NRW und dem Landesjagdverband mit dem Biotophegepreis 2015 ausgezeichnet.

dsc 0097

3000 m² Seggen- und Sumpfschachtelhalmriede werden im mehrjährigen Wechsel streifenweise alle 8 bis 10 Jahre im Winter gemäht und das Mähgut abtransportiert. Durch die natürliche Gehölzentwicklung, Hecken- und Kopfweidenpflanzungen, die Anlage von Kleingewässern und Rohboden-Strukturen vor 10 Jahren auf bis dahin beackerten ­Flächen nahm die Vielfalt und Naturnähe deutlich zu.

Schon 2004 schloss der Hegering Atteln mit dem Kreis Paderborn eine Übernahmevereinbarung zur Pflege und Weiterentwicklung eines recht verwahrlosten Feuchtbiotops. Mit der Kostenübernahme der KJS Paderborn für Pflanzen und Schnitt sowie dem Renaturierungsaufwand durch den Hegering Atteln entstand in den zurückliegenden 10 Jahren ein wirkliches Feuchtbiotop. Dort finden heute für Schulen und interessierte Bürger Naturkunde- Exkursionen statt. Mit einer neuen Vereinbarung übernahm der HR Atteln nun die Patenschaft und Pflege für das Biotop unbefristet.

biotophegepreis feuchtbiotop-tindeln

Das Feuchtbiotop Tindeln in der Attelner Feldflur umfasst insgesamt rund 2,5ha.

Damit soll ein rund 2,5ha großes, naturnahes, vielfältiges Landschaftselement in einem teilweise offenen, naturnahen Talabschnitt eines Karstbaches am nördlichen Rand der Paderborner Hochfläche gepflegt, entwickelt und für die Allgemeinheit erlebbar (nicht begehbar) gemacht werden.

 

Die Pflegemaßnahmen unterstützen die natürliche Entwicklung und fördern die Artenvielfalt. Pflanzen, Tiere oder Futter werden nicht eingebracht. Bauliche Anlagen werden nicht errichtet.

 


biotophegepreis kopfweiden

Die Pflege der Kopfweiden unterstützt die natürliche Entwicklung und fördert die Artenvielfalt.

Für das kleine Fließgewässer Dahlgosse untersucht die Stadt Wünnenberg (unterhaltungspflichtig) ein Renaturierungskonzept, mit dem die Entwicklung eines naturnahen Gewässers angestrebt wird. Am Nordrand der Fläche wird ein Bienenstand in das Entwicklungskonzept integriert. Folgende Pflegemaßnahmen unterstützen die natürliche Entwicklung und Artenvielfalt des Feuchtbiotops Tindeln:

 

  • Heckenpflege entlang der Dahlgosse.
  • Entwicklung einer rund 115 m langen Wallhecke zur dichten, vielschichtigen Laubholzhecke mit Überhältern
  • Entwicklung eines Saumes mit Totholzeinbau zur dichten Brombeerhecke
  • Freistellung einer Eichengruppe durch Entnahme unterständiger Eschen und Auf-den-Stock-setzen von Weißdorn
  • Pflege von ca. 40 Kopfweiden
  • Alle 8 bis 10 Jahre im Winter Mahd eines Seggen- und Sumpfschachtelhalmriedbestands mit Abfuhr des Mähgutes
  • Alle zwei bis drei Jahre im Spätsommer Mahd und Abräumung einer Hochstaudenflur aus Mädesüß, Sumpfdotterblume und Sumpfstorchschnabel
  • Alle zwei bis drei Jahre Mahd/Abräumung einer Magerwiese mit Frauenmantel
  • Ab Mitte Juni heuen von Grünland
  • Gräben ohne Gewässerfunktion im Sumpf (Amphibien- und Libellenlaichgewässer) werden alle drei bis fünf Jahre abschnittsweise von Hand oder mit dem Minibagger geräumt und das Räumgut seitlich flach eingebaut
  • Wiederherstellung der erodierten Geländekante zwischen Sumpf und Gewässer am Überlauf in die Dahlgosse
  • Im südlichen Vernässungsbereich Pflege des Rohrglanzgrasbestandes, kleinflächige Vertiefung von Senken von Hand, Pflege von drei Kleingewässern
  • Offenhaltung von Feldsteinhaufen
  • Anbringung von Nisthilfen
  • Errichtung eines im Feuchtbiotop integrierten Aussichtspunkte, Aufstellung von Hinweistafeln
  • Beseitigung von Müll
  • Zur Begleitung und Begründung der Maßnahmen werden Blütenpflanzen, Brutvögel, Säugetiere, Fledermäuse, Tagschmetterlinge, Amphibien, Reptilien und Libellen fünf Jahre kartiert.

 

Dieses Projekt des HR Atteln ist ein weiterer Beweis für die vielen Aktivitäten von Jäger im Arten- und Naturschutz. Die ausgezeichnete Arbeit zeigt einmal mehr sehr deutlich, dass Jagd und Naturschutz keine Gegensätze sind und sich wunderbar ergänzen können.

 

LJV NRW

 


Biotophegepreis 2015

Mehr zum Thema


Aktiv nur für Mitglieder!

Bitte melden Sie sich an, oder werden Sie Mitglied.