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RWJ 08/2018: Aus der Bad Driburger Erklärung

Empfehlungen für die Jagdpraxis in Reduktionsprojekten

Die tierschutzgerechte Reduktion von Rotwild in einem begrenzten Zeitraum erfordert Einsatz, Disziplin und handwerkliches Können, um eine hohe Gesamtstrecke und passende Streckenstruktur zu erreichen. Wesentliches Element dabei ist die Einzeljagd auf weibliches Wild im Spätsommer.

 

Höhe und Struktur der Jagdstrecke

Rotwild wird reduziert, indem Abschüsse deutlich über dem Zuwachs liegen. Nachhaltig werden Bestände aber erst reduziert, wenn der Anteil an Zuwachsträgern innerhalb der Population sinkt. Das tierschutzgerechte Erlegen von Alttieren ist daher das wichtigste und wirkungsvollste Instrument in Reduktionsprojekten. Merkmale einer wirkungsvollen, tierschutzgerechten Reduktion sind 

  • körperlicher Nachweis aller erlegten Individuen
  • Gesamtabschuss 10 25 Prozent über erwartetem Zuwachs
  • max. 40 Prozent männl. Wildes am Gesamtabschuss
  • Streckenverhältnis Alttiere zu Kälber, das tierschutzgerecht (immer erst das Kalb, dann das dazu gehörende Alttier)
  • ausreichend Zuwachsträger entnehmen (Streckenverhältnis 1:1,5 bis 1:2)
  • Verhältnis von nahezu gleich vielen erlegten Alt/ Schmaltieren im Vergleich zu erlegten Kälbern

Instrumente und Merkmale der Einzeljagd

  • intensive Kahlwildjagd im August zum Erlegen von KalbAlttierDubletten mit erfahrenen, qualifizierten Jägern
  • Kahlwildjagd in der Brunft abseits der Brunftplätze
  • Frühsommerjagd auf Schmaltiere und spießer mit erfahrenen und qualifizierten Jägern
  • Verzicht auf Erlegung von Schmalspießern und jungen Hirschen aus gemischten Rudeln zu Gunsten von Kälbern und Schmaltieren
  • Anspruch, beim Kälberabschuss in geeigneten Situationen möglichst weibliche Kälber aus einem Rudel zu erlegen
  • bei unzureichender Abschusshöhe bei Alttieren gezielte Anrührjagd auf nichtführende Alttiere mit erfahrenen und qualifizierten Jägern kurz vor dem Ende der Jagdzeit
  • Einrichtung und Respektieren von Wildruhezonen, um die Sichtund Bejagbarkeit des Rotwildes zu unterstützen

Merkmale der Bewegungsjagd

  • Konzentration auf den Kälberabschuss
  • Freigabe von Alttieren ausschließlich erst nach Erlegen des sicher zum Alttier gehörenden Kalbes
  • ausschließliche Freigabe einzeln ziehender Schmalspießer und junger Hirsche
  • ständige Anpassung von Organisation und Ablauf u.a. durch Vergabe und Auswertung von Standkarten
  • regelmäßige Veränderung von Jagdablauf und Schützenständen, um Erfahrungsund Traditionsbildung beim Rotwild zu vermeiden

 

vollständige Erklärung s. www.deutschewildtierstiftung.de


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