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RWJ 03/2014: Neuer LJV-Flyer

Dem Niederwild helfen!

In Kooperation mit den nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsverbänden WLV und RLV sowie den Verbänden der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer VJE und RVEJ entwickelte der LJV einen Flyer mit dem Titel „Was können Jäger für die Artenvielfalt und die frei lebende Tierwelt in der Offenlandschaft tun?“ Damit sollen Jäger zu informiert und Tipps gegeben werden, was Revierinhaber kurzfristig vor Ort unternehmen können.

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Der Flyer kann auf der LJV-Website www.ljv-nrw.de kostenlos heruntergeladen werden.

Was können Jäger für die Artenvielfalt und frei lebende Tiere in der Offenlandschaft tun?

2008/09 war die Jagdstrecke des Fasans erstmals stark zurückgegangen. Nach kurzzeitiger Erholung ging die Strecke im Jagdjahr 2011/12 in ganz NRW um 8 212 auf 92 290 zurück. Das bedeutete ein Minus von acht, bei Hasen sogar von 13 Prozent. Im Jagdjahr 2012/13 fiel die Jagdstrecke um 26 202 auf 66 088 (- 28 Prozent!). Eine Blitzumfrage über erste Streckenergebnisse beim Niederwild bis Mitte November 2013 übertraf noch die schlimmsten Befürchtungen. Die Jäger wurden ihrer Verantwortung gerecht und sagten reihenweise Jagden ab.

 

Die Lage hat sich eindeutig verschlimmert – wer jetzt weiter abwartet, gefährdet den Bestand unseres Niederwildes und zahlreicher gar nicht jagdbarer freilebender Tierarten der Feldflur.


Ursachen

Krankheiten, Witterungsbedingungen, veränderte Landbewirtschaftung und Prädatoren (Raubwild) sowie die Kombination aller vier Faktoren gelten als mögliche Ursachen der besorgniserregenden Zustände. Frost, Hagel und Starkregen von April bis Juli 2012 können eine Rolle gespielt haben.

 

Das Wetter von April bis Juli ist entscheidend zur Aufzucht der ersten Fasanen- und Rebhuhngelege. Fehlen witterungsbedingt zur Schlupfzeit der Küken die Insekten, haben es die Gesperre schwer. Regelmäßig thematisiert werden auch Veränderungen im Landbau wie immer größere Feldschläge, Verluste an unterschiedlichen und abwechslungsreichen Biotopstrukturen. Auch die nächtliche Mahd und Ernte von Gras, Mais und Rüben sowie die Ernte von Grünroggen im Frühjahr und Getreide im Herbst zur Biogaserzeugung wirken sich negativ auf den Wildtierbestand aus.

 

Um Krankheiten auf die Spur zu kommen, läuft derzeit in NRW und Niedersachsen ein Forschungsprojekt, bei dem Infektionskrankheiten als mögliche Rückgangsursachen im Vordergrund stehen. Die Untersuchung 2013 bietet eine erste Analyse zum Vorkommen wichtiger Krankheitserreger bei Fasan und Rebhuhn. Es sollen Aussagen zum Erreger- bzw. Antikörpervorkommen beim Fasan und eine Einschätzung der Infektionskrankheiten als primäre oder sekundäre Ursache der Besatzrückgänge gewonnen werden (s. Artikel „Empfehlungen fürs Feldrevier“). Weitere mögliche Rückgangsursachen werden von der Forschungsstelle in Abstimmung mit anderen Fachinstituten wie dem LANUV (Landesamt für Natur und Verbraucherschutz NRW) und den Jägern untersucht. Da die Forschungsprojekte eine Dauer von mehreren Jahren voraussetzen, liegen noch keine gesicherten Ergebnisse vor. Mit falschen Feindbildern nützen wir niemandem!


Bildergalerie: Maßnahmen zum Schutz von Niederwild

Was jeder Jäger vor Ort mit Grundeigentümern und Bewirtschaftern tun kann.

Mahd und Ernte sollen bei Tageslicht mit Wildrettern (etwa mit dem LJVWildretter/ Piepser) oder von innen nach außen bzw. von einer Seite zur anderen unter Berücksichtigung einer Fluchtmöglichkeit der Wildtiere erfolgen.

 

Erhaltung und Förderung der Neuanlage von Landschaftselementen wie Feldgehölzen (inkl. beidseitigem zwei Meter breitenSaumstreifen), Feldraine, Grünwege, Hochstaudenfluren entlang von Gräben, Lesesteinhaufen oder Kleingewässer sowie Brachflächen, Stilllegungsflächen, Altgrasstreifen und Sukzessionsflächen.

 

Anlage und Förderung von Blühstreifen, Blühflächen, Lerchenfenstern etc., Zwischenfruchtanbau und Erhalt von Stoppelbrache (Deckung und Äsung im Winter).

 

Uferrandstreifen an Fließgewässern auf Grünland
Breite: 3 bis 15 m
Förderung: 480 €/ha und Jahr
Vertragspartner: LWK NRW
Vertragsdauer: 5 Jahre

 

Uferrandstreifen an Fließgewässern auf Ackerland
Breite: 3 bis 30 m
Förderung: 865 €/ha und Jahr
Vertragspartner: LWK NRW
Vertragsdauer: 5

 

Jahre Blühstreifen/-flächen auf max. 20 Prozent des Schlages
Breite: 6 - 12 m (Einzelfläche bis 0,25 ha)
Förderung: 950 €/ha und Jahr
Vertragspartner: LWK NRW
Vertragsdauer: 5 Jahre, aber jährliche Rotation auf der Fläche möglich.

 

Ansprechpartner zu Förderungsmöglichkeiten und weiteren regionalen Programmen sind die örtlich zuständigen Unteren Landschaftsbehörden, Kreisstellen der Landwirtschaftskammer NRW, Stiftung Rheinische Kulturlandschaft oder Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.

 

Die Fördersätze werden zur Zeit für die neue Förderperiode ab 2015 neu kalkuliert.


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Dem Niederwild helfen!

Was Revierinhaber tun müssen

Um Krankheiten auf die Spur zu kommen, kann man in NRW Fallwild kostenlos (mit Ausnahme der Transportkosten) bei den Staatlichen Veterinäruntersuchungsämtern untersuchen lassen – davon sollten Jäger in jedem Fall Gebrauch machen (www.ljv-nrw.de).

 

Bei allen Anstrengungen darf in unserem unter Druck geratenem Ökosystem die Prädatorenbejagung zur Erhaltung der Artenvielfalt nicht vergessen werden.

 


Wie müssen Revierinhaber zur Umsetzung von biotopverbessernder Maßnahmen vorgehen?

Nehmen Sie Ihre Revierkarte zur Hand und bestimmen Sie die Himmelsrichtungen, das Gefälle im Gelände und zeichnen Sie vorhandene Landschaftselemente u. ä. ein. So kann man leicht ermitteln, an welchen Stellen des Reviers Maßnahmen vorgeschlagen werden können, ohne dass sie die aktive Landwirtschaft organisatorisch und wirtschaftlich nennenswert beeinträchtigen. Danach sind die Bewirtschafter anzusprechen, welche Möglichkeiten zur Mitwirkung diese sehen. Es empfiehlt sich konkrete Vorschläge zu machen.

 

Bereits im Vorfeld muss abgeklärt werden, ob ein Landwirt bereit ist, an einem Förderungsprogramm teilzunehmen.

 

Besteht Interesse, legt man anhand der Revierkarte notwendige Streifen fest. Es ist dabei auf eine den hege rischen Zielen entsprechende Lage und Verteilung zu achten – Blühstreifen brauchen Sonne. Angebotene Flächen sollten aber auf jeden Fall in Anspruch genommen werden.

 

Die Schaffung neuer, gliedernder und belebender Strukturen sollte Vorrang vor der Erweiterung bestehender Biotop flächen haben. Biotope mit beson derem ökologischen Wert wie Feuchtgebiete und trockene Standorte (Trockenrasen/Heiden) sollen nicht verändert werden.

 

Danach muss mit dem bewirtschaftenden Landwirt abgeklärt werden, für welche Streifen auf welchen Schlägen im Revier Förderanträge gestellt werden können.

 

Den meisten Landwirten ist als Direktzahlungsempfänger das Antragsverfahren grundsätzlich bekannt. Im Förderrat geber der Landwirtschaftskammer NRW sind die Grundzüge der Antragsstellung genau beschrieben. Es ist dennoch sinnvoll, sich von der Kreisstelle beraten und beim Antrag unterstützen zu lassen.

 

LJV

 

Weitere Informationen unter www.wlv.de, www.rlv.de, www.ljv-nrw.de, www.vje.de, www.rvej.de.

 

DOWNLOAD LJV-Flyer „Was kann der Jäger für die Artenvielfalt und die frei lebende Tierwelt in der Offenlandschaft tun?

 


Niderwild-Misere

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