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RWJ 07/2018: Förderkreis Lernort Natur Borken

Das Rebhuhn braucht Hilfe

Traditionell organisiert der Förderkreis Lernort Natur im Anschluss an die Mitgliederversammlung eine öffentliche Veranstaltung zu aktuellen Themen. In diesem Jahr diskutierten namhafte Referenten verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung des Rebhuhns.

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v. l. Heinrich Rülfing (Vors. Lernort Natur Borken), Dr. Heinrich Bottermann (StS Umweltministerium), Frans ter Bogt und Herman Simmelink (Samen voor de Petrijs/Aalten(NL), Roland Schulte (Vors. KJS Borken) und Dr. Thomas Gehle (Forschungsstelle).

Frans ter Bogt und Hermann Simmelink aus Aalten (NL) stellten ihr Projekt „Samen voor de Petrijs“ (Gemeinsam für das Rebhuhn) vor. Von drei auf 42 Brutpaare in weniger als fünf Jahren – das ist die Erfolgsbilanz ihres Projektes zur Erhaltung des Rebhuhns. Als Grundlage dieses Erfolges wurden Feldränder und kleine Landstücke mit verschiedenen Blumen und Pflanzen wie Mohn und Kornblume eingesät. Mehr als 20 Landwirte beteiligen sich an der Aktion.

 

Die Provinzgemeinde gewährte Subventionen für das ehrgeizige Projekt. Naturschutzverbände unterstützen die Aktion. Junge Rebhühner benötigen dringend Insekten, die auf und um diese Pflanzen leben. Sind sie älter, nehmen sie die Samen der Pflanzen auf, so Herman Simmelink. Der Erfolg gibt ihnen recht. Möglich wurde dieses durch die Zusammenarbeit vieler Akteure. Dank dieses Projekts sind nicht nur mehr Rebhühner, sondern auch wieder abgewanderte Vogelarten, Insekten und Säugetiere zu sehen. Wie Frans ter Bogt berichtete, schwärmen Rebhühner auch in umliegende Gebiete. Die Zahl der Paare hat sich nicht nur in der Gemeinde Aalten, sondern auch in den Nachbargemeinden und sogar bis Deutschland zählbar erhöht.

 

Dr. Gehle von der Forschungsstelle für Jagdkunde zeigte die Wichtigkeit von Saum- und Randhabitaten auf. Diese sollen mehr als fünf Prozent der Flächen betragen. Das Frühjahr sei eine schwere Jahreszeit für das Feldhuhn. Dann ernährt es sich von Samen, um gut konditioniert in den Frühsommer zu kommen – in unserer ausgeräumten Agrarlandschaft keine leichte Aufgabe. An dieser Stelle können Jäger wirkungsvoll eingreifen, so Gehle. Einen weiteren wesentlichen Punkt sieht er in intensiver Prädatorenbejagung, ohne die das Rebhuhn in unserer intensiv genutzten Landschaft kaum Überlebenschancen hat.

 

Dr. Bottermann, Staatssekretär im Umweltministerium NRW, referierte über den starken Insektenrückgang, die Zerstörung von Lebensräumen durch Flächenverbrauch – speziell im Grünland – über Änderung der Landnutzung und den hohen Nährstoffeintrag in den Boden. Aber auch die Lichtverschmutzung, naturfremde Gärten und Parkanlagen in Ballungsräumen und der Klimawandel machen vielen Arten schwer zu schaffen. Das Rebhuhn ist von allen Punkten stark betroffen. Auch Dr. Bottermann stellte Maßnahmen für mehr Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft als wichtige Maßnahme vor.

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