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RWJ 06/13: 6.750 Reflektoren für weniger Wildunfälle im Kreis Gütersloh

Blaues Licht soll Wild warnen

Häufig bleibt es bei Wildunfällen im Straßenverkehr mit Rehen bei beschädigten Autos. Leider kommt es dabei jedoch immer wieder auch zu Personenschäden, die teilweise sogar tödlich ausgehen können – für die Wildtiere sowieso. Im Kreis Gütersloh soll diesen Gefahren entgegengewirkt werden.

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Initiatoren und Sponsoren des Projektes (v. l.): Karl-Heinrich Hoyer (2. Vors. KJS GT), Michael Kriener (LVM Rietberg), Cornelia Funke (Provinzial Herzebrock-Clarholz), Bernhard Westermann (AXA Rheda-Wiedenbrück), Manfred Schulze Grachtrup (LVM Münster), Marc Schlüter (R+V/GT) sowie vorne Ralf Reckmeyer (Vors. KJS GT) und Dr. Wolfgang Schwentker (Untere Jagdbehörde Kreis GT) mit drei von insgesamt 6.750 Warnreflektoren.
Foto: Dieter Schönknecht, OfÖA/KJS GT

Durch die Anbringung sogenannter Wildwarnreflektoren soll verhindert werden, dass Wild die Straße in dem Moment wechselt, wenn diese gerade befahren wird. An besonders unfallträchtigen Straßen abschnitten wurden blaue Reflektoren an der Rückseite der weißen Straßenpfosten angebracht. Das Licht der Scheinwerfer sich nähernder Fahrzeuge wird durch die blauen Reflektoren in Form eines Korridors in die seitlichen Bankette gestreut. Das blaue Licht bewirkt bei Wildtieren ein Erkennen der Fahrbahn als Gefahrenquelle – und es verharrt am Straßenrand, bis diese Gefahr vorüber ist.

 

Unter der Beteiligung der Kreisjägerschaft Gütersloh, der Unteren Jagdbehörde, den zuständigen Straßenbaulastträgern, der Kreispolizeibehörde, der Abteilung Straßenverkehr des Kreises und nicht zuletzt der zuständigen Jagdrevierinhaber wurde im Jagdbeirat des Kreises Gütersloh schon 2011 die Idee eines Projektes zur Reduzierung und Vermeidung von Wildunfällen geboren. Zunächst ermittelte die Untere Jagdbehörde unfallträchtige Strecken in Städten und Gemeinden im Kreis Gütersloh. Grundlage waren Unfallmeldungen mit Wildbeteiligung der Kreispolizeibehörde. Anschließend wurde die Gesamtlänge der betroffenen Streckenabschnitte von mehr als 70 km und die sich daraus ergebene Anzahl von Wildwarnreflektoren errechnet.

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Blaues Licht soll Wild warnen

Mit dieser Mengen- und Kostenkalkulation bat die Kreisjägerschaft Gütersloh bei Versicherungen in der Region um eine Kostenbeteiligung. Von diesen und vom Gütersloher Landrat als Initiator des Projektes wurde eine Kostenübernahme von insgesamt 8.000 Euro zugesagt.

 

Eine Vereinbarung zwischen der KJS Gütersloh und Landrat Sven-Georg Adenauer regelt, dass auf insgesamt 20 unfall trächtigen Straßenabschnitten im Kreis über drei Jahre die Entwicklung der Verkehrsunfallzahlen mit Wildbeteiligung dokumentiert werden soll.

 

Die Kreisjägerschaft stellt dabei sicher, dass die Reflektoren von den zuständigen Jagdrevierinhabern ordnungsgemäß und nur nach Absprache mit dem jeweiligen Straßenbaulastträger angebracht werden und in dieser Zeit die Unfallentwicklung mit Wild innerhalb und außerhalb der Versuchsstrecken gemeldet wird.

 

Eine Arbeitsgruppe wertet drei Jahre das Unfallgeschehen aus und prüft auch, ob es etwa Verdrängungseffekte gibt.

 

Betrachtet man die hohe Zahl der im Straßenverkehr zu Tode gekommenen Rehe 2010/11 (925 Stück = 35 Prozent) bei einer Gesamtstrecke von 2 660), sind Maßnahmen zur Verringerung der hohen Fallwildzahlen dringend gefordert. Bei sich positiv entwickelnden Tendenzen einer Verringerung der Wildunfälle im Kreis Gütersloh sollen an weiteren Straßenabschnitten blaue Reflektoren angebracht werden.


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RWJ 06/13: 6.750 Reflektoren für weniger Wildunfälle im Kreis Gütersloh

Blaues Licht soll Wild warnen

Wer aufmerksam auf den Straßen im Kreis unterwegs ist, wird die Warnreflektoren an den Straßenbegrenzungspfosten entdeckt haben. Ansprechpartner für interessierte Revierinhaber, die derzeit nicht vom Projekt erfasst sind, ist Ralf Reckmeyer (www.kjs-guetersloh.de), dort können Informationen zur Ausweitung der Streckenabschnitte bei Bedarf (hohe Unfallbelastung) eingeholt werden.

 

Eine selbstständige, nicht koordinierte Anbringung von Reflektoren an öffentlichen Straßen war nicht erwünscht und sogar verboten. In einer zweiten Phase wurde das Projekt auf alle 239 Reviere des Kreises erweitert, an den daran entstehenden Kosten beteiligte sich auch der Landwirtschaftliche Ortsverein des Kreises Gütersloh mit 1.000 Euro.

 

Insgesamt wurden in beiden Phasen im Kreis bis Mitte Mai 6.750 der blauen Reflektoren ausgebracht. In der ersten Phase (Unfall-Schwerpunkte) erhielten betroffene Revierinhaber die Reflektoren (Preis je Stück 5 €) mit je 2 Euro subventioniert und nach Öffnung für alle Reviere immerhin noch mit einem Euro je Reflektor.


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