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RWJ 10/2019: Bauern und Jäger im Kreis Warendorf arbeiten zusammen

Artenvielfalt erhalten

Auf dem Schweinemastbetrieb von Werner Rödelbronn in Ahlen-Dolberg (WAF) harmonieren intensive Landwirtschaft und der Schutz der Artenvielfalt.

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Landrat Dr. Olaf Gericke (m.), Landtagsabgeordnete von CDU und FDP sowie Vertreter von Kreisjägerschaft und Bauernverband sahen sich die gelungene Maßnahme zur Verbesserung der Artenvielfalt auf dem Hof Rödelbronn an. Fotos (2): F. Höltmann

Etwa drei Prozent der Ackerfläche im Kreis Warendorf werden für Agrarumweltmaßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität bereitgestellt. Das sind 1 900 ha in Form von Uferrandstreifen, Blühstreifen, Blühflächen, Brachen und Wildäckern. Dabei arbeiten Landwirte und Jäger seit 15 Jahren eng und erfolgreich zusammen. Dazu kommen noch rund 540 ha Vertragsnaturschutz – wozu auch extensiviertes Dauergrünland zählt, erklärt Ulrich Bultmann von der Landwirtschaftskammer Warendorf. „Für die Landwirte ist das ganz schön aufwendig, wenn sie die Maßnahmen in ihren Anträgen einarbeiten. Da gibt es einen Genehmigungswahn auf EU-Ebene“, so der Kammer-Experte. Unweit der Hofstelle von Werner Rödelbronn in Ahlen-Dolberg befindet sich ein 6-ha-Schlag, der mit 3,5 ha Mais bepflanzt und von 2,5 ha ein- und mehrjährigem Blühstreifen umgeben ist. Im einjährigen Streifen mit allerlei blühenden Pflanzen wie Sonnenblumen, finden Insekten ausreichend Nahrung. Der mehrjährige Streifen mit einem höheren Gräseranteil bietet dem Niederwild Deckung. Hasen und Fasane fühlen sich dort wohl. Das Ganze ist Teil eines kreisweiten Projektes von Jägern, Landwirten und Kreisverwaltung, das bereits vor 15 Jahren ins Leben gerufen wurde. Im Frühjahr 2019 wurden 3,1 t Saatgut ausgegeben, die für mehr als 300 ha reichen. Seit 2005 wurden so 60 t Saatgut ausgebracht, mit denen man 6 000 ha bestellen konnte. Der Kreis Warendorf stellt jährlich 2 500 € für das Saatgut zur Verfügung.

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In den ein- und mehrjährigen Blühstreifen entlang des Maisschlages fühlen sich Hasen und Fasane wohl.

Warendorfs Landrat Dr. Olaf Gericke (CDU) lobte das Projekt: „So geht Klima- und Artenschutz ganz konkret.“ Er betonte, dass das Projekt schon seit 15 Jahren läuft. Als das Thema noch gar nicht in den Medien war, wurde im Kreis Warendorf schon damit begonnen. Die Gelder für das kommende Jahr sind im Kreishaushalt übrigens schon gesichert. Der WLV-Vorsitzende Hermann-Josef Schulte-Zumloh: „Wir verzichten freiwillig auf Ertrag. Aber wir machen das nicht für die Öffentlichkeit, sondern weil wir davon überzeugt sind.“ Der FDP-Landtagsabgeordnete Markus Diekhoff dankte den Jägern für ihr Engagement. „Wir haben in NRW 90 000 Seismografen in der Natur, die ganz genau mitbekommen, was da vor sich geht.“ Sein Kollege Henning Rehbaum (CDU) sagte, dass jeder in seinem privaten Garten nachmachen könne, was Bauern und Jäger hier für die Umwelt tun. Werner Rödelbronn erklärte am Rande der Veranstaltung: „Wir haben hier gute Hasen- und Fasanenstrecken. Aber wir haben auch an fast jeder Hecke eine Falle stehen.“ Daher ist er froh, dass ihm seine Söhne Nils und Philip sowie Nachbar Julian Gebhardt helfen.

 

Felix Höltmann


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