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RWJ 12/2018: Niederwildhege im Münsterland

Prädatoren im Visier

In den Hegeringen Emsdetten und Neuenkirchen (ST) haben Jäger insgesamt 82 Betonrohrfallen gebaut – ein Projekt, in das 26 000 € investiert wurden.

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Arbeit im Akkord. Vorne liegt eine fertige Bodenplatte, in der Mitte werden die Vorderwände gefertigt, durch die später die Fangrohre geführt werden.

Allein die Eckdaten des Großprojektes haben es in sich: 30 beteiligte Reviere, 40 motivierte Jäger, 600 Arbeitsstunden geleistet, 328 Betonrohre angepasst, 82 Fangsysteme aus Metall erstellt, 27 Tonnen Estrichsand sowie 150 Sack Zement verarbeitet und 26 000 € investiert. Das macht insgesamt 100 Prozent Einsatz fürs Niederwild.

 

Prädatorenbejagung muss sein

Die Situation in unseren Niederwildrevieren ist weitläufig bekannt, und die Bejagung von Prädatoren hat einen entscheidenden Einfluss auf die Besätze des Niederwildes und vieler anderer Säugetiere, Reptilien und Vögel. Emsdettens Hegeringleiter Franz-Josef Blanke hatte die Idee, Synergien zu nutzen, um im größeren Stil Lebendfallen zu bauen. Er nahm Kontakt zu Holger Fiedler auf, der als Obmann für das Prädatoren- Management in der Kreisjägerschaft Steinfurt-Tecklenburg zuständig ist. Fiedler zeigte sich begeistert von der Idee, unterstützte die geplante Aktion selbstverständlich und fasste bei der Umsetzung tatkräftig mit an.

 

Planung begann im Frühjahr

Im Frühjahr 2017 trafen sich erstmalig 25 interessierte Jäger zu ersten Planungsgesprächen. Es folgten Überlegungen und Besichtigungen von diversen Fallensystemen. Auch die Kalkulation, Koordination und Organisation der Arbeitsabläufe mussten im Vorfeld erarbeitet und geklärt werden. Im Sommer wurden dann Nägel mit Köppen gemacht, wie man im Münsterland gerne sagt. 30 Reviere mit 40 Helfern beteiligten sich an der Aktion.

 

Durchorganisiertes Großprojekt

Zunächst wurden Schalungen aus Stahl für die Betonteile gebaut, um anschließend die Bauteile für den Fangbunker zu gießen. Dazu wurden 27 Tonnen Estrichsand und 150 Sack Zement in normalen Speismühlen verarbeitet. Sämtliche Metallteile des Fangsystems wurden in Eigenleistung erstellt. Die Bunkerabdeckungen bestehen aus Siebdruck- und Recyclingplatten. Liefern ließen die Jäger zwei Lkw-Züge mit 328 Betonrohren, die noch für das Fangsystem angepasst werden mussten. Insgesamt wurden 200 Stunden Planung und 400 Arbeitsstunden von den Grünröcken geleistet. An finanziellen Mitteln investierten die beteiligten Revierpächter mehr als 26 000 €.

 

Praktisches Engagement zählt

Dort zeigt sich wieder deutlich, dass Jäger handeln und nicht – wie viele andere – nur Reden schwingen und häufig Steuermittel für unsinnige Projekte vergeuden. Die Tier- und Vogelwelt des Emsdettener Venns mit seinen angrenzenden Feuchtwiesen aber auch die Emsauen und alle weiteren Reviere werden nachhaltig von dieser Maßnahme profitieren, denn etwa alle 25 Hektar fangen die Fallensysteme und das täglich rund um die Uhr. Neben Franz-Josef Blanke als Initiator sind Thomas Brömmelhaus für den Betonbau, Günther Schürkötter für den Metallbau und Johannes Lutum für die Bereitstellung der Arbeits- und Lagerstelle besonders zu nennen. Herzlichen Dank für das außergewöhnliche Engagement und Waidmannsheil an alle Beteiligten! Interessenten können sich bei Franz-Josef Blanke unter Tel. 01 71/8 94 42 60 oder FJBlanke@t-online.de melden.

 

Johannes Judith, Hegering Emsdetten

Bildergalerie Prädatoren im Visier

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