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RWJ 08/2019: Münsterland-Jäger machen mobil

Offensive für das Niederwild

Die KJS Warendorf beschaffte für ihre Mitglieder in einer bemerkenswerten Aktion 120 tierschutzgerechte Lebendfangsysteme und über 200 Fangmelder.

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Rund 90 Tonnen Material wurden bei der Auslieferung an die Reviere bewegt – eine gewaltige logistische Aufgabe, die nur mit schwerem Gerät und ehrenamtlichem Einsatz zu meistern war.

Über 100 000 € nahmen Jäger des Kreises für Niederwildhege und Biodiversität aus eigener Tasche in die Hand. Jäger übernehmen Verantwortung, denn „nur, was nicht gefressen wird, kann auch schöner wohnen“, erklärte Markus Degener, Naturschutzobmann der Warendorfer Jäger. Die Investition ist das eine, der Einbau der Fallen und die Betreuung das andere – Bereitschaft zu beidem ist da: Waschbär und Marderhund sind mittlerweile im gesamten Kreis vertreten und auch die Besätze von Fuchs und Co. sind in die Höhe gegangen und wirksam nur mit Fallen zu begrenzen – da ist Machen halt besser als Wollen. Beim Nahrungsbedarf von 150 kg tierischer Biomasse pro Fuchs und Jahr kann man sich leicht vorstellen, welche Effekte konsequente Prädatoren- Bejagung auf Populationen bedrohter Arten haben kann.

Keine staatliche Unterstützung

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Für das Projekt wurden fünf verschiedene Lebendfangsysteme beschafft, angeliefert und an die Revierinhaber ausgegeben.

Ursprünglich hatte die KJS mit Unterstützung der öffentlichen Hand gerechnet – schließlich ist die Eindämmung von Neozoen ebenso öffentliche Aufgabe wie der Schutz wertvoller Biotope. Die in Aussicht gestellte Förderung in geringer vierstelliger Höhe war allerdings durch Auflagen und Forderungen aus Sicht der KJS für dieses Jahr uneinholbar. Daraufhin beschloss die Jägerstiftung Natur und Mensch, die Prädationskontrolle zu fördern – KJS Warendorf und Jägerstiftung unterstützen die Initiative mit je 2 500 € aus eigenen Mitteln, auch die Bauern in Warendorf (WLV-Kreisverband) geben einen Zuschuss als Zeichen, dass Jäger und Bauern im Ringen um Biodiversität in der Kulturlandschaft an einem Strang ziehen.

 

Ende Juni kamen die Fallensysteme – 90 Tonnen Material wurde an zwei Abladestellen im Kreis an die Reviere ausgeliefert, eine gewaltige Aufgabe für die ehrenamtlichen Helfer, die mit der zur Verfügung gestellten Staplern und Teleskopladern bis zum Nachmittag gemeistert wurde. Bei dem Projekt wurden fünf verschiedene Lebendfang-Systeme (DOSE, Raiffeisen Melle, Stratmann, Krefelder Fangsysteme und Funke) beschafft und sollen zeitnah eingesetzt werden.


Warendorf ist Vorreiter

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An den Annahmestellen wurden die Fallen mit Gabelstaplern auf Anhänger verladen und anschließend in die Reviere gefahren.

Die KJS Warendorf ist ohnehin recht aktiv, bereits 2005, als noch fast niemand an das Insektensterben dachte, begann unter Organisation der Kreisjägerschaft die Anlage blühender Schonstreifen, seitdem haben die Jäger im Kreis mit Unterstützung des Kreises Warendorf alleine über diese Aktion 60 Tonnen (!) Saatgut beschafft – ausreichend für eine Fläche von 6 000 ha, die nun im zentralen Münsterland blühen.

 

Markus Degener

Naturschutzobmann KJS Warendorf

 

 


Neue RWJ-Serie zur Fangjagd

Stilles Jagen

In den nächsten Ausgaben informieren wir über ausgewählte Möglichkeiten der modernen Fangjagd. Holger Fiedler (Prädationsmanager KJS Steinfurt-Tecklenburg) bringt in der Serie Fangjagd – wesentlicher Teil modernen Prädatorenmanagements grundlegende Elemente rund um die stille Jagd auf Raubwild näher. Die Serie behandelt verschiedene Fallentypen und deren Funktionsweisen, erläutert die jeweiligen Anwendungsgebiete, stellt unterschiedliche Hersteller vor und beleuchtet nützliche technische Hilfsmittel zur Optimierung der Fangjagd.


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