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RWJ 11/2013: „Steinpilz-Krieg“ in der Eifel

NRW-Waldbauern für „Pilz-Marathon“

Der Waldbauernverband NRW fordert eine ähnliche Aktion wie zur Geschwindigkeitsüberwachung (Blitzmarathon) gegen das gewerbliche Sammeln von Pilzen im Wald. Besonders in der Eifel seien die Ausmaße der Pilzsuche nicht mehr tragbar.

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In der Eifel tobt derzeit um Steinpilze ein regelrechter Krieg - mit fatalen Folgen für Waldbauern und Jäger...

Trauriger Höhepunkt – als ein Förster auf vier Männer aufmerksam wurde, die große Mengen Pilze verluden, fuhren diese ihn beim Versuch, die Personalien zu ermitteln, mit einem Auto so an, dass er verletzt ins Krankenhaus musste.

 

Nach § 61 Abs. 2 Landschaftsgesetz NRW ist es verboten, „Beeren, Pilze und wild- lebende Pflanzen ... in mehr als geringen Mengen (2kg pro Tag und Sammler) für den eigenen Gebrauch zu sammeln“.

 

Preise bis zu 90€/kg für Steinpilze locken gewerbliche Sammler, die teilweise mit Stirnlampen, Trillerpfeifen und Funk- geräten ausgestattet sind, um sich zu warnen. Bei Polizeiaktionen wurden schon bis zu 70kg Steinpilze sichergestellt!

 

Den Waldbesitzern geht es nicht um wirtschaftliche Verluste – viel schlimmer sei der biologische Schaden für Pflanzen und Tiere durch flächendeckendes Ab- sammeln und die systematische Beunruhigung der Wälder. „Die Rechtslage ist eindeutig, wir brauchen zum Schutz unserer Wälder keine neuen Gesetze, sondern deren konsequente Durchsetzung“, fordert Verbandsvorsitzender Philipp Frhr. Heereman. „Förster können gut organisierten Pilzsammeltruppen allein nicht Herr werden, helfen könnte eine konzertierte Aktion aller Ordnungskräfte von Polizei, Kommunen und Landesbetrieb Wald und Holz.“ Daher fordert der Waldbauernverband NRW erstmals im Herbst 2014 einen „Pilzmarathon Eifel“.

 

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