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RWJ 01/2019: Artenschutz-Turm im HR Fürstenberg (PB)

Neues Heim für Vögel, Fledermäuse und Wildbienen

Die meisten Trafotürme werden heute nicht mehr gebraucht. In Fürstenberg (PB) wurde ein Exemplar mithilfe der Firma Westnetz und des örtlichen Hegerings zum Artenschutzzentrum für Vögel und Fledermäuse umgebaut.

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Setzen sich für den Artenschutz ein: (v. l.) Berthold Antpöhler (Vorsitzender KJS Paderborn), Thomas Niemand (Westnetz), Landrat Manfred Müller, Reimund Günter (Orts­vorsteher), Bürgermeister Christoph Rüther, Ottmar Scharfen und Erhard Günter (HR-Vorsitzender Fürstenberg)

Seit 101 Jahren markiert die Trafoturmstation den Ortseingang von Fürstenberg. Mit ihrem Bau vor einem Jahrhundert zog die öffentliche Stromversorgung in das Dorf ein und brachte tief greifende Veränderungen für das Leben der Menschen. Dank fortschreitender Technik werden die meisten dieser Anlagen heutzutage nicht mehr gebraucht – so erging es auch dem Turm in Fürstenberg. Doch statt abgerissen zu werden, hat er nun eine neue Bestimmung erhalten: Das Energieunternehmen Westnetz hat dem Kreis Paderborn das Eigentum übertragen und dieser hat die Turmstation mit tatkräftiger Unterstützung des Hegeringes zum Artenschutzturm umgebaut. Mit einer Anschubfinanzierung half Westnetz kräftig mit, das alte Gemäuer in ein Tierparadies zu verwandeln. Immer mehr Häuser werden energetisch saniert und modernisiert, sodass Vögel und Fledermäuse keine Nistplätze mehr in den versteckten und geschützten Winkeln der Gebäude finden.

 

Auch Wildbienen bekommen in der heutigen Landschaft Probleme – in gepflegten Gärten und bei intensiver Landwirtschaft haben sie Schwierigkeiten, geeignete Brutplätze und Nahrung zu finden. Zusammen mit dem ehrenamtlich arbeitenden Fledermausexperten Dieter Hülshoff hat der Kreis Paderborn den Turm so umgebaut, dass er nun für viele dieser Tiere zur neuen und dauerhaften Heimat werden kann. Für Fledermäuse wurden im Turm und außen im Mauerbereich Unterschlüpfe geschaffen. Auf unterschiedlichen Höhen des Turms wurden zudem verschiedene Nisthilfen für Vögel und Wildbienen angebracht. Speziell für Mauersegler sind die Nistkästen in acht Meter Höhe direkt unter dem Dachüberstand befestigt. Eine Wildblumenwiese vor dem Artenschutzturm, die erst am Ende des Winters gemäht wird, bietet Insekten Nahrung und ungestörte Überwinterungsmöglichkeiten. „Der Artenschutzturm ist eine wunderbare Ergänzung für unsere Fledermaus schutzprojekte, die wir in ganz Bad Wünnenberg ins Leben gerufen haben“, freut sich Bürgermeister Christoph Rüther.

 

Landrat Manfred Müller und der Bürgermeister sprachen bei der Eröffnung der Kreisjägerschaft und dem Hegering Fürstenberg ihren Dank für die zukünftige ehrenamtliche Pflege des Turms aus. „Sie bringen sich immer ein, wenn es um die Pflege unserer heimischen Natur geht und machen solche Projekte möglich“, lobt der Landrat. „Der Artenschutzturm soll aufzeigen, dass jeder Einzelne etwas für den Artenschutz tun kann“, erklärt Melissa Balkenohl, die im Kreisumweltamt unter anderem für solche Einzelprojekte im Artenschutz zuständig ist.

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