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RWJ 08/2018: Erhalt der Artenvielfalt

Konzerte der besonderen Art

Kulturförderung der besonderen Art ist in diesen Wochen in Rees am Niederrhein zu erleben, denn im Kreis Kleve fördern bunte Blühstreifen reges Zwitschern und Summen. Ein Orchester aus zirpenden Grillen, summenden Wildbienen und zwitschernden Vögeln hat seinen Konzertsaal zwischen Ringelblume, Saflor, Leindotter und Ölrauke gefunden.

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Felix Streuff (3. v. l.) und seine Mitstreiter von Bauernverband, Stiftung Rhein. Kulturlandschaft und LJV.

Felix Streuff ist einer von vielen Landwirten, die einen Teil ihrer Flächen zur Förderung der biologischen Vielfalt zur Verfügung stellen. „Von den Blühstreifen profitieren nicht nur Insekten, sondern auch Bodenbrüter, die in den Streifen Deckung und Futter finden. Auch Hasen und Rehe genießen das vielfältige und schmackhafte Blüten-Buffet“, erläutert Streuff den Nutzen der Naturschutzmaßnahme. Es kommt den Pflanzen zugute, dass er den perfekten Einsaatzeitpunkt abpasst und eine sorgfältige Bodenbearbeitung vor der Anlage der Blühstreifen durchführt. Das bekommt den Pflanzen sichtlich: Der Bestand hat sich trotz der Trockenheit der letzten Wochen ausgesprochen vital entwickelt – ein Paradies für den Nachwuchs.

 

Damit Nutzen und Förderung der biologischen Vielfalt naturschutzfachlich fundiert umgesetzt werden, begleiten Markus Reinders und Torsten Quinkenstein von der „Stiftung Rheinische Kulturlandschaft“ die Maßnahme. „Die Bestände von Kiebitz, Feldlerche oder Rebhuhn sind durch den Verlust ihrer Lebensräume zunehmend gefährdet“, erklärt Projektleiter Quinkenstein. „Vor allem ein zu geringes Nahrungsangebot aufgrund rückläufiger Insektenvorkommen in Zusammenspiel mit fehlenden Brutplätzen sind die Hauptgründe für den Rückgang der Bodenbrüter.“ Diesen Verlusten der biologischen Vielfalt setzt die Stiftung seit fast 15 Jahren Naturschutzprojekte unterschiedlichster Art entgegen.

 

„In Kooperation mit Landwirten werden Maßnahmen umgesetzt, die die Landschaft etwa als Lebensraum für bodenbrütende Vogelarten aufwerten und die zugleich auf die landwirtschaftliche Nutzung abgestimmt sind“, erläutert Reinders den Leitsatz „Naturschutz durch Nutzung“.

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