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RWJ 07/2018: KJS Lippe feiert Jagdhund-Tradition

Horrido zur 100. Jugendsuche

Vor 116 Jahren gründete sich der erste Jagdhundeverein in Lippe. Er hatte sich die Zucht brauchbarer Vorstehhunde zur Aufgabe gemacht. Dabei stand v. a. der mittlerweile ausgestorbene „Lemgoer Brauntiger“ im Mittelpunkt. Jetzt fand die 100. Verbandsjugendprüfung in Lippe statt.

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Bei der 100. VJP in Lippe traten 30 Gespanne an – eine logistische Herausforderung.

Zur diesjährigen Verbandsjugendprüfung der Kreisjägerschaft Lippe waren 30 Hunde gemeldet – für Obmann Andreas Niemeier und sein Richter- Team viel Arbeit und eine logistische Herausforderung bei Vorbereitung und Durchführung. Ob die Gründerväter des „Lippischen Vereins zur Züchtung deutscher Vorstehhunde – besonders Lemgoer Brauntiger“ 1902 in der Gaststätte Reichskrone sich diese Entwicklung hätten vorstellen können, bleibt offen. Gefreut hätte sie es ganz sicher, auch wenn es den „Lemgoer Brauntiger“ nicht mehr gibt und selbst das Internet zu dieser Rasse keine Informationen parat hat. Zweck des damaligen Vereins war eine jährliche Schau und eine Suche abzuhalten, ein Zuchtregister anzulegen und erfolgreiche Hunde überregional zu fördern. Die erste Zuchtschau fand am 4. Oktober 1903 statt. 1906 erweiterte man die Suche auf das Verlorenapportieren, Raubzeugwürgen und Wasserarbeit.

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Jedes Jahr müssen Beständer gefunden werden, die ihre Reviere für die zahlreichen Prüfungen zur Verfügung stellen.

Damit rückten Prüfungen gegenüber der Schau in den Vordergrund. 1914 war die erste VGP geplant, konnte jedoch wegen des Kriegsausbruchs nicht durchgeführt – und konnte erst 1922 nachgeholt werden. Dazu informierte die Presse Teilnehmer mit folgender Wegbeschreibung: „Bahnstrecke Altenbeken-Herford, Station Horn Bad- Meinberg, Fußmarsch ca. 30 Minuten ins Beller Holz, jeder Führer hat Gewehr, Patronen und Raubzeug mitzubringen“ – eine Zugfahrt, die heute unmöglich durchzuführen wäre. Die Bilanz der ersten VGP war allerdings enttäuschend – von acht gemeldeten Hunden bestand nur die DK-Hündin „Frigga von Oerlinghausen“. Im Jahr darauf bestanden schon sieben von neun Hunden. 1923 nannte man sich in „Lippischer Jägerverein“ um und führte bis zum 2. Weltkrieg jährlich Prüfungen durch. 1952 setzte man die Tätigkeiten wieder fort, eine HZP gabs jedoch erst wieder 1968 unter Hundeobmann Ernst August Pollmann.


30 Richter im Einsatz

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v.l. Albrecht Brokmeier mit dem Züchterpokal für den erfolgreichsten Wurf, Wilhelm Dünnermann (1.), Hundeobmann Andreas Niemeier, Christian Blome (2.) und Erika Rickes (3.).

Sieben Hunde könnte der jetzige Hundeobmann Andreas Niemeier spielend allein prüfen. Doch heute sehen die Zahlen bei VJP, HZP und VGP in Lippe ganz anders aus. Neben seinem eigenen unermüdlichen Einsatz ist er auf viele helfende Hände angewiesen, sowohl in der Ausbildung im Erstlingsführerkurs, als auch bei den Prüfungen – allein 30 Richter und ein Anwärter waren bei der 100. VJP im Einsatz! Bei der Jubiläumsprüfung stand ein Hundeführer an der Spitze, der die obersten Ränge immer wieder für sich beansprucht – Wilhelm Dünnermann erreichte mit der DL-Hündin „Branca vom Iberg“ aus der Zucht von Albrecht Brokmeier, dem Ehrenvorsitzenden der KJS Lippe, mit 77 Punkten den ersten Platz.

 

Christian Blome und Erika Rickes erreichten mit ihren Hunden ebenfalls 77 Punkte, Spurlaut und Härte gaben den Ausschlag für die Platzierungen. Andreas Niemeiers Dank für die erfolgreichen Prüfungen richtet sich an seine Frau, die ihn tatkräftig unterstützt und diejenigen, die sich im Hundekurs bei der Ausbildung der Jagdhunde engagieren, an Richter und v. a. auch Beständer, die ihre Reviere jedes Jahr zur Verfügung stellen. Ohne all diese Menschen wäre eine Fortsetzung der langen Geschichte und Tradition des Hundewesens im Kreis Lippe nicht möglich.


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