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RWJ 10/2013: Gemeinsam mit dem NABU

Herzebrocker Jäger wandern mit Kindern

Ende Juli 2013 fand im Rahmen der Ferienspiele in Herzebrock-Clarholz (GT) eine außergewöhnliche Zusammenarbeit statt – in einer gut funktionierenden Gemeinschaft des Hegerings Herzebrock-Rheda (Lernort Natur) und dem NABU-Kreisverband Gütersloh wurden gemeinsam Kinder durch die heimische Natur geführt

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Kinder erkunden die Geheimnisse der Natur und erlernen am Objekt Wissenswertes und Nützliches.

Im Revier von HL Engelbert Paschedag in Herzebrock-Pixel erforschten 24 Kinder Flora und Fauna, fachkundig geleitet von Mechtild Gröver (Lernort Natur) und Stefanie Klappenbach- Riewenherm (NABU). Dabei lernten die Kinder entlang des Weges einzelne (Heil)Pflanzen kennen. Mückenstiche werden sie demnächst mit Breitwegerich einfach heilen können – und auch, wie man Brennnesseln schmackhaft macht, wurde ausprobiert. Den Kindern wurde verständlich erklärt, dass Früchte und Blätter in Bodennähe nicht gegessen werden sollten, da das Risiko von Infektionen hoch ist.

 

Missstände und Gefahren erkannten die Kinder sofort: Gleich zu Beginn lag wilder Müll im Wald.

 

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In kleinen Gruppen erforschten Jäger und Natur schützer mit den Kindern die heimische Flora und Fauna.

Später fand man Wildspuren und entdeckte präparierte Wildtiere in natürlicher Umgebung. Präparate, Felle und Gebisse wurden intensiv erforscht und viele interessierte Fragen durch Jäger und Naturschützer beantwortet.

 

Dabei wurden auch schwierige Beziehungen nicht ausgespart – Elstern räubern Singvogelnester aus und Bodenbrüter werden leicht Opfer von Fuchs, Marder, Krähe oder Waschbär. Alle Tiere räubern aber nicht aus Bösartigkeit, sondern weil sie sich und ihren Nachwuchs versorgen müssen.

 

Von einem Hochsitz aus wurde mit dem Fernglas beobachtet – auf der angrenzenden Wiese waren Fuchs, Dachs und Fasane versteckt, ein schwarzer Rehbock lugte aus dem Wald.

 


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Großes Interesse hatten die Kinder natürlich auch an den Jagdhunden.

Lockmittel wie Mauspfeifchen, Kitzfiep und die Blattzeit wurden erläutert. Wer wusste vorher schon, dass man Rehböcke anlocken kann, wenn man den Ruf eines Kitzes nachahmt, das nach seiner Mutter ruft? Füchse kann man durch „mäuseln“ anlocken und um wie ein starker Hirsch in der Brunft zu röhren, braucht man nur eine einfache Klopapierrolle!

 

Insgesamt wurde den Kindern verständlich vermittelt, dass sich Jagd und Naturschutz ergänzen, da für beide eine möglichst intakte Natur existenziell wichtig ist – eine Aktion, die auch zeigt, dass bei gegenseitigem Verständnis für das Tun des anderen Nachhaltigkeit für Jagd und Naturschutz kein Fremdwort sein muss.

 

Dieter Schönknecht

 


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