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RWJ 02/2016: NABU-Dinosaurier

Guttenberg dreht den Spieß um

Der NABU verlieh Philipp Freiherr zu Guttenberg kürzlich den wenig schmeichelhaften Titel „Dinosaurier des Jahres 2015“. Der Präsident der deutschen Waldeigentümer konterte auf der „Grünen Woche“ in seiner ganz eigenen Art.

dinosaurier

Wer das Prinzip Schutz durch Nutzung verstanden hat und täglich praktiziert, gehört in Deutschland offenbar zu einer aussterbenden Spezies – in Anspielung auf die Nabu-Verleihung überreichte Hartwig Fischer (r.) Philipp Freiherr zu Guttenberg einen Saurier – und bedankte sich herzlich für die konstruktive Zusammen­arbeit im zurückliegenden Jahr.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte dem Präsidenten der Waldeigentümer Ende Dezember den „Dinosaurier des Jahres 2015“ verliehen. Guttenberg hat sich sehr über diese Überraschung gefreut, die es bereits seit 1993 gibt. „Waidmannsdank“, sagte zu Guttenberg in Berlin, „als Vertreter der nachhaltigen und multifunktionalen Forstwirtschaft, der Ökonomie und Ökologie tagtäglich miteinander verknüpft, fühle ich mich tatsächlich schon fast als aussterbende Spezies.“ Zu Guttenberg hatte NABU-Präsident Olaf Tschimpke zum Empfang der Waldeigentümer 2016 eingeladen, damit er dort zeitnah den Dinosaurier entgegennehmen könne.

 

Tschimpke sagte allerdings ab, ein Stellvertreter ließ sich nicht finden. Die von Olaf Tschimpke geäußerte Kritik, Waldeigentümer würden sich zu sehr auf den ökonomischen Nutzen des Waldes konzentrieren, wies zu Guttenberg zurück. Die dritte Bundeswaldinventur bescheinige dem Wald in Deutschland einen guten und stabilen Zustand und mache deutlich, dass nachhaltige Forstwirtschaft seit über 300 Jahren für die Vitalität des Waldes sorgt.

 

„In diesem Falle bin ich gern ein Dinosaurier“, sagte zu Guttenberg, „denn als Waldbesitzer sind wir gleichzeitig Natur- und Umweltschützer, weil wir uns seit Generationen dem Wald verbunden fühlen, mit dem Wald leben und diesen an unsere Kinder weitergeben wollen.“ Forstwirtschaft in Deutschland schaffe es, Ökonomie und Ökologie zu vereinen, auch weil sie den intelligenten Rohstoff schlechthin produziere: Holz.

 

„Kein Rohstoff ist nachhaltiger, ökologischer und vielseitiger als Holz“, sagte zu Guttenberg. Dieser werde in Deutschland allerdings zu wenig eingesetzt, obgleich Holz einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende leiste. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung und der Rohstoff Holz seien die Basis für eine Dekarbonisierung der Wirtschaft. „Diese einfache Tatsache entgeht dem Präsidenten des Naturschutzbundes, weil ihm seine ideologischen Scheuklappen die Sicht versperren“, so der Waldeigentümer-Präsident.

 

Phillipp zu Guttenberg möchte die Gespräche mit dem NABU gern fortsetzen und freut sich auf den Austausch von Positionen im neuen Jahr. „So weit liegen wir nicht auseinander. Unser gemeinsamer Nenner ist – wir fühlen uns dem Wald verbunden. Wir wollen ihn für die nächsten Generationen erhalten.“

 

DJV

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