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RWJ 07/2018: JHV der HG Haard/Haardvorland

Damwildabschuss nicht erfüllt

Pächter und Helfer aus rund 20 Jagdrevieren der Haard trafen sich auf Einladung des Vorsitzenden Eckhard Wildhagen in Marl-Sickingmühle. Verbunden damit war die von der Unteren Jagdbehörde angeordnete Trophäenschau, bei der die Geweihe des Damwildes, die Gehörne der Böcke ebenso wie die Keilerwaffen des Schwarzwildes vorgezeigt werden mussten.

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Zuvor hatte der Vorstand die Trophäen begutachtet und das Alter der erlegten Stücke festgestellt. Das interessanteste Vorzeigestück war zweifelsfrei das Geweih eines etwa acht- bis zehnjähriger Damschauflers, der im Revier Ahsener Heide erlegt wurde. Leider konnten die Jäger die Abschussvorgaben der unteren Jagdbehörde beim Damwild nicht erfüllen, von 47 freigegebenen Stücken konnten nur 40 erlegt werden. Ein junger Damhirsch musste nach einem Verkehrsunfall erlöst und zwei Alttiere krankheitsbedingt getötet werden.

 

Zählungen bei den gemeinsamen Ansitzdrückjagden im Herbst und Winter haben gezeigt, dass die Damwildpopulation erheblich angestiegen ist und das deshalb die Abschussquote in diesem Jahr, zum Schutz einiger Neuanpflanzungen im Waldgebiet der Haard, erhöht werden muss. Der Antrag des Vorstandes (59 Stück, darunter zwei alte 1a-Hirsche) wurde von den anwesenden Jägern einstimmig angenommen. Großes Thema war auch in diesem Jahr die Afrikanische Schweinepest. Noch ist sie einige hundert Kilometer entfernt. Aber mit passenden Überträgern kann sie sehr schnell in unseren Sauenbeständen ausbrechen – mit verheerenden Folgen für den Schwarzwildbestand in den Wäldern und die vielen Schweinemastbetriebe im Umfeld. Eine Schutzimpfung gibt es nicht, infizierte Tiere verenden schon nach wenigen Tagen.

 

Verendete Sauen müssten in den Wäldern gesucht und eingesammelt werden – eine schier unlösbare Aufgabe für die Jäger. Insgesamt kamen in der Haard 369 Sauen zu Strecke, davon 19 alte Keiler – einige sieben- bis achtjährig. Zudem weibliche und ein- bis zweijährige Tiere. Die magische Zahl von 404 Stück aus dem Jagdjahr 2015/16 konnte nicht geknackt werden. Insgesamt wurden 316 Rehe erlegt, darunter 75 ältere Böcke, 56 Jährlinge, 67 Ricken und 59 Kitze beiderlei Geschlechts. Die sonstige Jagdstrecke betrug 227 Füchse, acht Dachse, 19 Steinmarder, 54 Hasen, 84 Wildkaninchen. Zudem 1.105 Ringeltauben, 66 Fasane, 24 Kanadagänse, 98 Graugänse, 51 Nilgänse. Letztere müssen stärker bejagt werden, da die Neuankömmlinge die heimischen Stockenten verdrängen. Außerdem 398 Rabenkrähen, 71 Elstern und fünf Iltisse. Erstmals wurde auch ein Waschbär erlegt. Damit ist diese nachtaktive Wildart bei uns angekommen – zum Nachteil vieler Vogelarten und anderer Bodenbrüter. Um weiterhin die Schwarzwildjagd intensiv zu betreiben, sind für den kommenden Winter zwei gemeinsame Ansitzdrückjagden geplant.

 

Arno Pomplun

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