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RWJ 06/2013: Landesjägertag

„Standhaft im Sturzacker“

Zum Landesjägertag 2013 in Münster beantwortet Oberbürgermeister Markus Lewe im RWJ-Interview Fragen zu Stadt, Land, Leuten und Jägern.

Das Foto zeigt Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster in Nordrhein-Westfalen.

Oberbürgermeister einer der lebenswertesten Städte der Welt: Markus Lewe in Münster.

RWJ: Wenn Sie dem Landesjägertag in drei Sätzen Ihre Stadt vorstellen sollten, was würden Sie sagen?

 

Lewe: Münster ist die lebenswerteste Stadt der Welt, die von ihren Bürgerinnen und Bürgern heiß und innig geliebt wird – eine jung gebliebene Stadt mit einer mehr als 1 200-jährigen Geschichte. Eine Stadt, in der Historisches und Modernes, Tradition und Veränderung, Großstadt und Natur, Wissenschaft und Lebensart in einzigartiger Art und Weise harmonieren.

 

RWJ: Gibt es den typischen Münsteraner?

 

Lewe: Ja, aber vielleicht nicht so, wie es manchem Provinzklischee entspricht. Als Oberbürgermeister muss ich von den Schützenbrüdern bis zu den Szenefreaks alles im Blick haben. Typisch sind für Münster Wissenschaft und Lebensart. Hier wohnen viele junge Leute, und wir sind eine der wenigen Großstädte mit Bevölkerungszuwachs. In Münster gibt es nicht nur große Geschichte, sondern auch viel Zukunft.

 

RWJ: Ist Münster nur Großstadt oder auch eine ländliche Metropole?

 

Lewe: Der Eindruck täuscht nicht und darauf lege ich auch großen Wert. Wir haben hier mehr als 600 landwirtschaftliche Betriebe. Traditionell ist die Verbindung zwischen Münster und dem Münsterland sehr eng. Stadt und Land gehören zusammen. Das bringt Lebensqualität. Den berühmten Prinzipalmarkt gibt es auch deshalb, weil die Münsterländer die Münsteraner in der Nachkriegs­zeit ermuntert haben, die zerstörten Giebelhäuser wiederaufzubauen. Das hat uns vor viel Seelenlosigkeit im Stadtbild be­wahrt. Darum beneiden uns heute viele.

 

RWJ: Welche Rolle spielt Jagd in Münster?

 

Lewe: Jagd ist eine Ikone in der Stadt­gesellschaft. Das ist spätestens seit der Münster-Tatortserie im Fernsehen überall bekannt. Die Jagd gehört in Münster einfach dazu und ist mehr als ein Sittengemälde. Viele Jäger setzen sich nicht nur für die Jagd, die Hege ihrer Reviere und den Schutz der Landschaft ein, sondern sind in der Bürgergesellschaft sozial, kulturell oder politisch engagiert.

 

RWJ: Fehlt nur noch ein Jäger als Oberbürgermeister?

 

Lewe: Fast hätte ich vor Jahren den Jagd­kurs ernsthaft angefangen, aber dann fehlte mir einfach die Zeit. Wenig­stens zwei meiner Kinder haben das grüne Abitur geschafft und ich leiste einmal im Jahr im Stadtteil Angelmodde Dienste als Edel­treiber, der keinen Dornbusch umschleicht und auch im Sturzacker standhält.

 

Die Fragen stellte Ludger Baumeister.

 

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