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RWJ 12/13: Jagdhaftpflichtversicherung 2014/15

Selbstbeteiligung - ick hör Dir trapsen.

Ein Trend von den Autos droht auch auf die Jagdhaftpflicht überzuschwappen – die Einführung von Tarifen unter Einschluss einer Selbstbeteiligung.

jhv-m.-breuer

Bei 10 Mitjägern sind rein statistisch immer zwei unterversicherte „tickende Zeitbomben“ dabei - man sieht es ihnen leider nicht an. Foto: M. Breuer

Obwohl die Mindestdeckung der Jagdhaftpflichtversicherung (JHV) seit Jahrzehnten kritisiert wird (zumindest regelmäßig hier im RWJ), hat der Gesetzgeber ein weiteres Jahr vergehen lassen, ohne die Uraltzahlen (500 000 für Personen- und 50 000 Euro für Sachschäden) anzupassen. Zur Erinnerung – bei der Euro-Umstellung hatte man diese lächerlich niedrigen Summen der Einfachheit halber sogar noch verringert! Dabei reichen sie schon lange hinten und vorn nicht mehr. Doch leider verfallen zuständige (Jagd)Politiker sofort gebetsmühlenartig in folgenden Reflex: „Natürlich ist die Mindestdeckung nicht mehr zeitgemäß, aber das Bundesjagdgesetz können wir doch nicht ändern …“

 

Was die Bleifrei-Diskussion mit der Mindestdeckung zu tun hat

Warum eigentlich nicht, warum müssen erst Unschuldige und ihre Familien durch jahrzehntelange parlamentarische Schlamperei ins Unheil gestürzt werden? Von anderen schwer verletzt und erwerbsunfähig geschossen, bleibt man auf berechtigten Ansprüchen sitzen, sobald die Deckungs summe des Unglücksschützen aufgebraucht ist. Eine halbe Million Euro sind bei Krankenhauskosten, Schmerzens geld-, Verdienstausfall- und Renten ansprüchen deutlich weniger als die berüchtigten Peanuts!

 

Im Zuge der Bleifrei-Diskussion und neuer Landesjagdgesetze in grün (mit)regierten Bundesländern richtet sich der Blick aktuell auch wieder auf das Bundesjagdgesetz. Wenn auch nur mit der Fragestellung, ob die „bösen“ Länder bestimmte Vorgaben (wie ein Bleiverbot für Büchsengeschosse) überhaupt selbst regeln dürfen. Sei’s drum – aber wenn der Bund das regeln will, muss das Bundesjagdgesetz auf jeden Fall geändert werden. Und das wäre endlich die Chance, auch die Uralt-Sünden rund um die Mindestdeckung in der Jagdhaftpflicht abzuarbeiten.


Trügerische Sicherheit

Erfreulicherweise bietet heute so gut wie kein Versicherer die Mindestdeckung überhaupt noch an (s. Tabelle im Download-PDF), aber auch deutlich höhere Einstiegstarife bieten nur eine trügerische Sicherheit. Experten gehen davon aus (genaue Zahlen kennt niemand), dass nach wie vor bis 20 Prozent aller Jäger zu schlechten Bedingungen versichert sind. Solche äußerlich ja nicht erkennbare Mitjäger darf man de facto getrost als tickende Zeitbomben bezeichnen. Denn mit der Kontrolle der Jagdscheine endet jede Pflicht, die man Veranstaltern von Gesellschaftsjagden machen kann. Allein der gelöste Jagdschein reicht aber nicht aus, damit man im Schadensfall wenigstens ausreichend abgesichert ist.

 

Leider sind so Unterversicherte nicht gleichmäßig verteilt, sondern besonders unter älteren Jägern zu finden. Da bei dieser Gruppe die natürliche Reaktionsfähigkeit deutlich geringer ist als im Durchschnitt, steigt damit das Unfallrisiko, das von ihr ausgeht, erkennbar auf über 20 Prozent …

 

Aus eigenem Interesse sollte man daher darauf achten, dass im eigenen Vertrag eine sog. Forderungsausfalldeckung enthalten ist. Diese schützt vor Schäden, die mir drohen, wenn ich selbst der Geschädigte bin – normalerweise reguliert die JHV ja ausschließlich Schäden, die man anderen zufügt.

 

Gleiches gilt auch für Schäden im Ausland (der Versicherungs„schutz“ dortiger Jäger ist oft völlig unzureichend).

 

Die wichtigste Forderung bleibt:

Auch wenn der Gesetzgeber nicht in die Pötte kommt, kann der Auftrag an jeden Jäger nur lauten, bei der Jagdhaftpflicht auf Nummer sicher zu gehen – und sich nicht unter 5 Mio. Euro pauschal zu versichern!

 

Unser Vergleich zeigt wieder einmal, dass man dafür oft nicht einen Euro pro Jahr mehr bezahlen muss – wenn man zu einem günstigeren Anbieter wechselt!

 


Vergleich

Jagdhaftpflichtprämien 2014/2015

Der vollständige Artikel mit einem übersichtlichen Vergleich der Jahreshaftpflichtprämien 2014/2015 sowie nützlichen Spar-Tipps steht den Mitgliedern des Landesjagdverbands NRW als kostenloser Download zur Verfügung. Bitte loggen Sie sich mit Ihrer Mitgliedsnummer und ihrem Kennwort ein.

 

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