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RWJ 01/2017: Editorial

Zwangsbeglückung

Wir gehen in ein politisch ereignisreiches Jahr. Im September haben wir Bundestagswahl. Für die Jagd in Nordrhein-Westfalen ist die Landtagswahl zuvor am 14. Mai besonders wichtig.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Inzwischen ist unsere erfolgreiche Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxis- gerechtes Jagdrecht in NRW nicht nur im Landtag angekommen, sondern auch amt- lich gültig. Am 18. Januar wird damit das Landesjagdgesetz erneut parlamentarisch im zuständigen Fachausschuss und einige Wochen später im Landtagsplenum behan- delt. Das Remmelsche Landesjagdgesetz wackelt bereits – ob es auch einstürzt und von einer anderen Regierungsmehrheit revidiert wird, entscheidet sich bei der Land- tagswahl am 14. Mai.

 

Grundfalsch und widersprüchlich ist der Versuch des Ministers, die Güte seines Jagdgesetzes an der jüngst veröffentlichten NRW-Jagdstrecke 2015/16 abzulesen. Fakt ist aber, dass im vergangenen Jagdjahr landesweit immerhin rund 100 000 Stück Wild weniger als 2014/15 erlegt wurden. Hätte der Landesgesetzgeber die Zwangs- beglückung von Jägern mit dem praxisfernen, ideologischen und bürokratischen Jagdgesetz unterlassen, wäre in NRW sicher noch mehr Wild zur Strecke gekommen. Was gerade bei den Sauen sogar dringend notwendig gewesen wäre – aber auch dabei ging es ja nicht ohne massive Praxiserschwernisse bei Kirr- und Bewegungsjagd. Die Streckenrückgänge bei Hasen, Kaninchen, Fasanen oder Enten haben eine Ursache sicher im verschlechterten Lebensraum. Allerdings leiden diese Arten auch unter dem enormen Druck von Beutegreifern, deren Bejagung durch bürokratische Monsterregelungen erschwert oder gänzlich untersagt wurde.

 

Dennoch ist das Interesse an der Jagd größer denn je, auch bei jungen Leuten. Deshalb freue ich mich, Ihnen zwei neue Kinderseiten im Rheinisch-Westfälischen Jäger ankündigen zu können. Erstmals erscheinen sie in dieser ersten Ausgabe des neuen Jahres 2017 – und künftig jeden Monat. Die Idee dazu hatte Janes, ein Junge aus einer Jagdfamilie in Münster. Wir haben seine Anregung geprüft und in die Tat umgesetzt – allen Jungen und Mädchen und vielleicht auch ihren Eltern und Groß- eltern viel Spaß beim Lesen und Mitmachen (auch im Internet: www.rw-junior.de)!

 

Eine Bitte zum Schluss an alle Revierinhaber: Die flächendeckende Einschätzung im Frühjahr hat zu wichtigen Erkenntnissen über Vorkommen und regionale Verbreitung von Wildtierarten geführt. Der Deutsche Jagdverband und die jagdwissenschaftlichen Institute führen das WILD-Projekt im Frühjahr erneut deutschlandweit durch. Revierinhaber helfen uns allen, wenn sie mitmachen – denn auch im angeblich postfaktischen Zeitalter kommen Jäger nicht ohne Zahlen und Daten aus, wenn wir mit unseren Forderungen und Zielen ernstgenommen werden wollen.

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