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RWJ 08/2016: Editorial

Wir lassen uns nicht unterkriegen

Nach dem im Frühjahr 2015 verabschiedeten Landesjagdgesetz war die Lage für uns nicht einfach. Trotz enormem Einsatz haben wir nur einen Teil der rot-grünen Koalitionsvereinbarung zur Jagdpolitik abwenden können. Aber wir setzen unseren Kampf in Politik und Gesellschaft und vor Gericht so lange fort, bis sachlichfachlich gute Ergebnisse erzielt sind.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Zwei Punkte hatte ich schon vor einem Jahr konkret benannt:

  • Die juristische Prüfung des Gesetzes mit dem Ziel, dagegen zu klagen.
  • Eine Volksinitiative nach der Landesverfassung, damit sich der Landtag erneut mit dem Jagdgesetz befassen muss.

Wir haben Wort gehalten.

Juristisch bricht das Landesjagdgesetz gerade auseinander. Und politisch ist unsere Volksinitiative mit mehr als 100 000 testierten Unterschriften die erfolgreichste, die es je im Land gegeben hat. Das ist nicht allein ein Erfolg des Präsidiums und des Landesvorstands an der Spitze. Dies ist vor allem ein Erfolg der 65 000 Mitglieder des Landesjagdverbandes, seiner Kreisjägerschaften und Hegeringe. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir behaupten uns weiter. Der Landesjagdverband war nie so kampagnestark wie heute. Die Jagd ist, was selten gelingt, ein Thema der allgemeinen politischen Agenda des Landes und nicht nur die Angelegenheit von ein paar Fachleuten fernab des allgemeinen öffentlichen Interesses. Mit diesem Schwung habe ich mich mit einem Team um Ihr Vertrauen als Präsident des Landesjagdverbandes für die nächsten vier Jahre beworben. Für den überwältigen den Vertrauensbeweis der Mitgliederversammlung des Landesjagdverbandes in Aachen bin ich sehr dankbar.

 

Von diesem Vertrauen und weiterem Schwung getragen ist unser gesamtes Führungsteam mit den Vizepräsidenten Georg Kurella und Hans-Jürgen Thies, Schatzmeister Dr. Peter Bottermann und den Beisitzern Jürgen Schulte-Derne (Regierungsbezirk Arnsberg), Berthold Antpöhler (Detmold), Gerhard Thomas (Düsseldorf), Dr. Heiner Breickmann (Köln) und Franz-Josef Schulze Thier (Münster).

 

Wir Jäger sind Gott sei Dank in der Regel nicht von permanenten Selbstzweifeln geplagt oder den Qualen um ein zwanghaft gutes Gewissen. Wir machten uns allenfalls das Leben schwerer als nötig, wenn wir unseren Gegnern auf den Leim gingen, die uns gern als Wesen von einem anderen Stern oder Ewiggestrige darstellen wollen. Jäger sind moderner als ihr Ruf; nach einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Jagdverbandes tragen Jäger Verantwortung für die Gesellschaft. 41 Prozent aller Waidmänner (davon mehr Frauen) engagieren sich ehrenamtlich etwa bei Umweltbildungsprogrammen oder Naturschutzprojekten. In der Gesamtbevölkerung sind dagegen nur neun Prozent ehrenamtlich im Umwelt- und Naturschutz engagiert. Wir sind jetzt schon besser als viele ahnen und wir selber manchmal befürchten. Das macht Hoffnung und Mut.

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