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RWJ 05/2017: Editorial

Nicht ohne

Was hat der ganze Kampf gebracht? Das umstrittene Landesjagdgesetz gibt es doch immer noch, oder? Berechtigte Fragen. Der Aufwand der Jägerschaft war nicht gering. Regionalkonferenzen, Großdemonstration vor dem Landtag, Volksinitiative – die öffentliche Kampagne war „nicht ohne“, hat persönlich, die Hegeringe, Kreisjägerschaften und den ganzen Landesjagdverband viel Kraft gekostet. Aber sie war auch erfolgreich.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Noch bevor das Landesjagdgesetz im Frühjahr 2015 verabschiedet wurde, hatte die rot-grüne Koalition bereits eine Hälfte ihrer jagdpolitischen Koalitionsvereinbarungen streichen und die geplante Wiedereinführung der Jagdsteuer vom Tisch nehmen müssen. Das ist sicher nicht ganz freiwillig geschehen. Auch beim Landesjagdgesetz haben wir Änderungen im Detail zugunsten der Jagd erreicht. Dass wir über diese Erfolge – vor allem nach Ansicht der SPD – nur zu wenig geredet haben, hat damit zu tun, dass wir uns mit dem Gesetz niemals abgefunden und keine Ruhe gegeben haben. Deshalb ist die Ablehnung unserer Volksinitiative für ein ideologiefreies und praxisgerechtes Jagdrecht durch die noch herrschende rot-grüne Landtagsmehrheit auch nur vorläufig.

 

Wir lassen jetzt erst recht nicht locker. Die Volksinitiative geht über den Tag hinaus, vor allem über den Wahltag am 14. Mai. CDU und FDP haben zugesagt, dieses Fass nicht zu schließen. Selbst die SPD kann sich grundsätzlich vorstellen, das von ihr gerade mitbeschlossene Landesjagdgesetz wieder zu ändern. Diese Parteiäußerungen mögen Ihre Entscheidung bei der Landtagswahl erleichtern. Ich bin überzeugt davon, dass selbst die Grünen und Minister Remmel das Landesjagdgesetz nicht noch einmal so anfassen würden, wie sie es getan haben. Denn unsere Volksinitiative war ein Misstrauensvotum gegen die Politik der amtierenden Landesregierung. Für diese Einsicht allein würde sich unser Kampf nicht gelohnt haben, aber die Aussicht, nach der Wahl am Thema bleiben zu können, um ein neues Gesetz zu erreichen, ist alle Mühen wert.

 

Wir haben in Nordrhein-Westfalen die Wahl – gehen Sie hin am 14. Mai! Nehmen Sie am besten gleich möglichst viele aus Ihrer Familie mit. Motivieren Sie Ihre Freunde, Nachbarn und Kollegen ebenfalls, zur Wahl zu gehen oder per Briefwahl zu entscheiden – und dabei auch an Jagd und Jäger zu denken.

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