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RWJ 11/2013: Editorial

Nicht abseits stehen und Tee trinken

Nach gefühlt 1000 Telefonaten, nach zig Gesprächen mit Politikern und Beamten, nach Sitzungen im Landtag und im Ministerium und nach der Bundestagswahl rückt die öffentliche Debatte über ein neues Landesjagdgesetz näher.

Das Foto zeigt Ralph Müller-Schallenberg - Präsident des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen.

Ralph Müller-Schallenberg, Präsident des Landesjagdverbandes NRW.

Das politische Vorhaben ist alles andere als ein Wunsch des Landesjagdverbandes – wir halten die derzeitigen rechtlichen Verhältnisse der Jagd in Nordrhein-Westfalen generell für praxisgerecht und unproblematisch und empfinden ein neues, eigen- ständiges NRW-Landesjagdgesetz als überflüssig.

 

Wenn aber eine Landesregierung ans Jagdrecht will, dann kann ein Landesjagd- verband nicht abseitsstehen, Tee trinken und mal abwarten, was so passiert – deshalb gibt es zu Gesprächen keine vernünftige Alternative.

 

Präsidium und Landesvorstand haben diesen Kurs Mitte Oktober erneut bekräftigt. Denn eins ist jetzt schon klar: Was am Ende der Gesetzgebung auch im Detail her- auskommen wird – entgegen manchen Unkenrufen und entgegen manchem selbst ernannten Tierschützer wird die Jagd in Nordrhein-Westfalen nicht abgeschafft !

 

Seit meinem Amtsantritt im August 2012 habe ich die Gesprächsgrundlage mit der Landesregierung und dem zuständigen Minister Johannes Remmel gebildet. Dies sehe ich im Interesse der nordrhein-westfälischen Jägerschaft für selbstverständlich an, das ändert aber überhaupt nichts an unserer Position, das Vorhaben eines neuen Landesjagdgesetzes insgesamt für höchst entbehrlich zu halten. Wenn die durch die Landtagswahl legitimierten Regierungsparteien dies anders beurteilen, so kommt es für uns darauf an, durch unsere fachliche Kompetenz auf die Beratungen Einfluss zu nehmen und sie intensiv zu begleiten.

 

In der anstehenden parlamentarischen Beratung werden wir klar sagen, was mit uns geht und was mit uns nicht zu machen ist. Wir werden Gespräche dazu dann auf allen Ebenen führen, also in der Landeshauptstadt Düsseldorf mit den Abgeordneten, mit allen politischen Verantwortlichen und mit der Öffentlichkeit. Betroffen sind nicht nur Jäger, sondern auch Land- und Forstwirte, Jagd- und Grundeigentümer oder Fischer. Die Geschlossenheit der 10 Partnerverbände des länd- lichen Raumes (Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband, Rheinischer Land- wirtschafts-Verband, Waldbauernverband NRW, Verband der Fischereigenossen- schaften NRW, Grundbesitzerverband NRW, Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe, Fischereiverband NRW, Landesverband der Berufs- jäger NRW, Rheinischer Verband der Eigenjagdbesitzer und Jagdgenossenschaften, Landesjagdverband NRW) mit einer halben Million Mitglieder ist ein klares Signal für den Erhalt der Jagd, so wie wir sie verstehen.

 

Wir wollen gemeinsam einen starken und selbstbestimmten ländlichen Raum. Und Wahlen sind auch schon bald wieder – in den Gemeinden und zum Europa- parlament am 25. Mai 2014.

 

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