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RWJ 12/2015: EU-Intergruppe und FACE diskutieren Lösungen zum Wolf-Mensch-Konflikt

Wölfe im EU-Parlament

Mitte September fand im EU-Parlament eine Sitzung der fraktionsübergreifenden Intergruppe „Biodiversität, Jagd und ländliche Räume“ zur Rückkehr des Wolfes nach Europa statt. Sie wurde von FACE, dem Zusammenschluss der europäischen Jagdverbände, organisiert und vom DJV unterstützt.

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Derzeit leben in Deutschland etwa 350 adulte Wölfe - und nehmen jedes Jahr um 30-40 Prozent zu.
Foto: K.-H. Volkmar

„Der Wolf ist uns willkommen“, sagt Karl-Heinz Florenz, Vorsitzender der Intergruppe, „darf sich aber nicht völlig unkontrolliert ausbreiten. Auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und Monitoringdaten muss eine Balance zwischen unterschiedlichen Interessen gefunden werden, wobei die örtliche Bevölkerung stets eingebunden werden muss.“

 

Laut Helmut Dammann-Tamke, Präsident der LJN Niedersachsen, beträgt der jährliche Zuwachs des Bestands in Deutschland (etwa 350 adulte Tieren) 30 bis 40 Prozent. Weil Menschen vor Ort höchst verunsichert seien, müsse man Vorkehrungen treffen, um die schnell wachsende Population zu managen. Mit der Einstufung als Anhang IV-Art der FFH-Richtlinie würden die Möglichkeiten zum Verwaltungshandeln erweitert. Derzeit genießen Wölfe EU-weit höchsten Schutz. Der Wolf wird die EU-Ebene in Brüssel auch weiter beschäftigen.

 

Über die EU-Plattform zu den großen Beutegreifern sucht man nach Lösungen im Zusammenleben mit dem Menschen. Wölfe nehmen in vielen europäischen Ländern zu. Während Naturschützer darin eine Bereicherung der Artenvielfalt sehen, kommt es zu vermehrten Konflikten v. a. mit Nutztierhaltern. Wie diese über gezielte Managementmaßnahmen minimiert werden können, schilderten Referenten aus Finnland, Rumänien und der Slowakei, die längere Erfahrungen mit dem Umgang von Wölfen haben.

 

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