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RWJ 11/2015: Wolf und Mensch

Wolf im EU-Parlament

Im EU-Parlament befasste sich Mitte September die fraktionsübergreifende Intergruppe „Biodiversität, Jagd und ländliche Räume“ mit der Rückkehr des Wolfes nach Europa.

 

„Der Wolf ist uns willkommen“, sagt Karl-Heinz Florenz, Vorsitzender der Intergruppe, „er darf sich aber nicht völlig unkontrolliert ausbreiten. Auf Grundlage wissenschaftlicher Studien und Monitoringdaten muss eine Balance zwischen unterschiedlichen Interessen gefunden werden, wobei auch die örtliche Bevölkerung beteiligt und eingebunden werden muss.“

 

Auch Jägerpräsident Helmut Dammann- Tamke aus Niedersachsen warnte, dass die wenigsten bislang erkannt hätten, dass der jährliche Zuwachs des aktuellen Wolfsbestandes in Deutschland (350 adulte Tiere) bei 30 bis 40 Prozent liege. Weil die Menschen vor Ort in höchstem Maße verunsichert seien, solle man schon jetzt Vorkehrungen treffen, um die schnell wachsende Wolfspopulation künftig zu managen. Weil die deutsch-westpolnische mit der nordostpolnisch- baltischen Wolfspopulation bereits zusammengewachsen sei, sollten EU-Kommission und Bundesumweltministerium nicht länger von getrennten Populationen sprechen und die Einstufung des Wolfes als Anhang-IV-Art der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie konsquent vollziehen. Derzeit genießen Wölfe über EU- und Bundesnaturschutzgesetz höchsten Schutz.

 

Wölfe nehmen in vielen europäischen Ländern zu. Während der Naturschutz darin eine Bereicherung für die Artenvielfalt sieht, kommt es zunehmend zu Konflikten, v. a. mit Nutztierhaltern.

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