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RWJ 08/2013: Ernte von Wildpflanzen zur Bioenergiegewinnung läuft auf Hochtouren

Wildpflanzen vor Mais

Wenn man demnächst einen Maishäcksler sieht, muss dies nicht heißen, dass der Landwirt schon frühzeitig mit der Maisernte beginnt. Viel eher könnte er mehrjährige Wildpflanzen anbauen, um daraus Biogas zu erzeugen und dabei auch Rücksicht auf Wildtiere nimmt.

Wildpflanzen vor Mais

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur ist ein Zusammenschluss aus mittlerweile 19 Akteuren der Jagd, des Naturschutzes und der Energiewirtschaft.

 „Von Ende Juli bis in den August nach Ende der Hauptblüte ist der optimale Zeitpunkt, um Wildpflanzen zur Energiegewinnung zu ernten“, sagt DJV-Geschäftsführer Andreas Leppmann, Partner im Netzwerk Lebensraum Feldflur. „Dieser Erntezeitpunkt hat nicht nur Vorteile für den Landwirt, weil die Ernte zeitlich entzerrt wird, sondern auch Vorteile für viele Wildtiere.“ Denn die Ernte der Wildpflanzen liege weitestgehend außerhalb der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten vieler Wildtiere. Außerdem böten mehrjährige Wildpflanzenmischungen im Sommer und Winter sowohl Nahrung als auch Deckung. Längere Blühzeiten und große Blühflächen verbessern auch das Nahrungsangebot für Insekten. Im Gegensatz zu monotonen Maisflächen werten Blühmischungen das Landschafts­bild auf und steigern den Erholungswert.


Initiator des Projektes Energie aus Wildpflanzen ist das Netzwerk Lebensraum Feldflur, ein Zusammenschluss aus 19 Akteuren der Jagd, des Naturschutzes und der Energiewirtschaft. Ziel ist es, Mischungen aus verschiedenen Wildpflanzenarten als eine ökologisch sinnvolle und ökonomisch tragfähige Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen in der landwirtschaftlichen Praxis zu etablieren. Die Mischungen enthalten leistungsfähige einjährige Kulturarten, zweijährige Wild- und Kulturpflanzen sowie langlebige Stauden zur breiten Standortanpassung (fünf und mehr Nutzungsjahre).

 

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