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RWJ 07/2015: Neues vom Märkischen Strauß

Wer Großtrappen helfen will . - muss Fallen stellen

197 Großtrappen leben derzeit wieder in Deutschland, seit 1997 sind damit die Bestände um fast 400 Prozent gestiegen. Der DJV begrüßt die positive Populationsentwicklung – allerdings gibt es keinen Grund zur Entwarnung.

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Solch eindrucksvolle Bilder balzender Großtrappen kann man nur noch an ganz wenigen Stellen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt erleben. Fotos: Förderverein Großtrappen-Schutz

Der schwerste flugfähige Vogel der Welt findet in Deutschland nur noch wenig passende Lebensräume, zudem steigt der Druck durch Fressfeinde weiter an. „Lebensraumverbessernde Maßnahmen gepaart mit intensiver Fangjagd helfen dem Nachwuchs“, erklärt DJVPräsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke.

 

Aktuell kommen die Vögel nur noch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor. Dort werden durch Zäunungen rund 20 ha große „fuchssichere Areale“ geschaffen. Wiesel, Iltis und Steinmarder haben es auf die Gelege der Trappen abgesehen, während größere Räuber wie Füchse und eingeschleppte Arten wie Marderhunde und Waschbären auch den Küken nachstellen.

 

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In solchen, rund 20 ha großen gezäunten Arealen sollen aufwachsende Großtrappen vor dem Einfluss größerer Prädatoren wie dem Fuchs geschützt werden.

Nach DJV-Angaben ist die Großtrappe vom Aussterben bedroht, aber auch andere Bodenbrüter wie Kiebitz, Rotschenkel, Brachvogel oder einige Regenpfeiferarten, deren Bestände durch veränderte Landnutzung weiter zurückgehen, leiden unter der zunehmenden Zahl anpassungsfähiger Fressfeinde. Durch erfolgreiche Tollwutimpfungen hat sich etwa die Fuchspopulation in Deutschland seit den 1980er Jahren verdreifacht. Lebensraumverbessernde Maßnahmen für spezialisierte Arten laufen deshalb ohne Fangjagd vielerorts ins Leere. Daher fordert der DJV von Politik und Naturschutzverbänden ein Bekenntnis zur Fangjagd für den Artenschutz, zumal bereits heute in bedeutenden Naturschutzgebieten Fallen zur Fuchs- oder Waschbärjagd eingesetzt werden.

 

Fallenverbote in einigen Landesgesetzen sind kontraproduktiv: „Wenn Naturschutzverbände Prädatorenmanagement fordern und zum Teil selbst praktizieren, aber gleichzeitig Fangjagd verbieten wollen, ist das Augenwischerei“, so Helmut Dammann- Tamke, in beiden Fällen kommen Fallen zum Einsatz und dem Fuchs sei es egal, welches Etikett darauf klebt.

 


Weitere Informationen

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Diese von einer Wildkamera aufgenommene Henne mit ihrem Küken lässt erahnen, warum man die Großtrappe auch den „Märkischen Strauß“ nennt.

Großtrappen benötigten weiträumige Offenlandflächen mit extensiver Bewirtschaftung für ausreichend Nahrung und Deckung, vor allem aber Ruhe. Sie kommen in Deutschland nur noch in folgenden Regionen vor:

 

  • Belziger Landschaftswiesen (südwestl. Brandenburg)
  • Havelländische Luch (westlich von Berlin)
  • Fiener Bruch (flache Niederungslandschaft im nordöstlichen Sachsen-Anhalt)

 

Wie Fangjagd der Großtrappe hilft, zeigt ein eindrucksvolles DJV-Video:

 

 

Aktuelle Statistiken zur Populationsentwicklung der Großtrappen: www.info.grosstrappe.de


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